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Buddel-Panne beim Tunnelbau

■ Polizei legt „Irrweg“ zur Commerzbank frei

Bei den Grabungen für ihren Fluchttunnel zur Zehlendorfer Commerzbank ist den Geiselgangstern ein Fehler unterlaufen. Wie die Polizei gestern mitteilte, hatten sich die Täter bei der Berechnung des Winkels anscheinend um einige Grad verrechnet. Erst als sie von der angemieteten Garage aus vier Meter weit gegraben hatten und nicht, wie geplant, auf den Regenwasserkanal stießen, bemerkten sie ihren Irrtum.

Sie schütteten den „Irrweg“ kurzerhand wieder zu und setzten ihre Arbeit etwas weiter rechts fort, erklärt Chefermittler Detlef Büttner. Die mit lockerer Erde zugeschüttete Buddel-Panne wurde von der Polizei im Zuge der Spurensuche inzwischen wieder freigelegt.

Nach der Veröffentlichung der Phantombilder von drei Geiselgangstern hat die Polizei über 200 Hinweise aus der Bevölkerung erhalten. Eine heiße Spur gibt es aber derzeit nicht. Für einen Zusammenhang mit einem Fall aus Wuppertal fand die Polizei keine Belege. Dort hatten drei Männer 1989 versucht, einen Tunnel zu einer Bank zu graben, waren dabei aber rechtzeitig gefaßt worden.

Daß die inzwischen wiederfreigelassenen Wuppertaler Täter am Berliner Coup beteiligt waren, erscheint der Kriminalpolizei aber unwahrscheinlich. Die Ermittlungsakten wurden dennoch nach Berlin gebracht.

Inzwischen kündigte der Bastei- Lübbe Verlag in Mönchengladbach an, er werde einen Jerry-Cotton-Roman von 1987 erneut herausgeben. In ihm gibt es große Ähnlichkeiten mit dem Zehlendorfer Coup. In dem Roman „Die Geiseln der Millionen-Gangster“ nehmen die Täter ebenfalls Geiseln, fordern dann zur Ablenkung der Polizei einen Fluchtwagen und fliehen schließlich durch einen Tunnel. Inwieweit die hiesige Polizei Ähnlichkeiten mit Jerry Cotton aufweist, wird die Zukunft zeigen. taz

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