: Britischer Pressezar Robert Maxwell auf See verschollen
London (dpa) — Der britische Großverleger Robert Maxwell (68) wird seit gestern nachmittag auf See bei Teneriffa vermißt. Ein Sprecher des Medienkonzerns Maxwell Communication Corporation teilte in London mit, Maxwell sei in der Nähe der kanarischen Insel von seiner Motorjacht über Bord gefallen. Trotz einer großangelegten Suchaktion habe man noch keine Spur von ihm. Der Besitzer eines weltweiten Medienkonzerns hatte sich an Bord seiner Jacht „Lady Ghislaine“ befunden. Die Suche wurde ausgelöst, als der Kapitän vergeblich versuchte, Maxwell in seiner Kabine telefonisch zu erreichen. Die Verlagsgruppe ließ auf die Nachricht hin den Handel mit Aktien des Konzerns an der Londoner Börse aussetzen.
Maxwell wurde 1923 als Sohn eines Landarbeiters unter dem Namen Jan Ludvik Hoch in der Tschechoslowakei geboren. Wegen seiner jüdischen Herkunft verließ er 1939 seine Heimat und ging nach Großbritannien. Nach dem Krieg arbeitete er als Presseoffizier bei der britischen Kontrollkommission in Berlin. Er gründete den Wissenschaftsverlag Pergamon Press, erwarb die Londoner Boulevardzeitung 'Daily Mirror‘ und kaufte sich nach und nach ein weltweites Presseimperium zusammen.
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen