Bootsunglück vor den Bahamas

Tote bei Flüchtlingsdrama

Vor der Küste der Bahamas kamen mindestens 30 Menschen ums Leben. Nun will man sich bemühen, illegale Überfahrten von Migranten zu verhindern.

Gekentertes Segelboot vor den Bahamas: 110 Flüchtlinge konnten bislang gerettet werden. Bild: dpa

NASSAU/ MIAMI ap/dpa | Vor der Küste der Bahamas ist ein Segelboot mit rund 150 Flüchtlingen aus Haiti gekentert. Dabei kamen etwa 30 Menschen ums Leben, wie Rettungskräfte unter Berufung auf Überlebende berichteten. Die übrigen Passagiere trieben demnach stundenlang im Wasser und klammerten sich an den Rumpf des umgekippten Boots. 110 Menschen konnten bislang vor der Exuma-Inselgruppe gerettet werden. Kinder seien nicht an Bord gewesen, sagte ein Sprecher der Rettungskräfte am Dienstag (Ortszeit).

Fischer hatten das überladene Schiff entdeckt und das Militär alarmiert. In der Zwischenzeit lief das Boot den Angaben zufolge Montagnacht vor Staniel Cay in den östlichen Bahamas auf Grund. Die Sicherheitskräfte der Bahamas und die US-Küstenwache starteten eine gemeinsame Rettungsaktion. Anschließend bemühten sie sich, möglichst viele Leichname zu bergen.

Die Behörden gehen davon aus, dass die Flüchtlinge acht oder neun Tage mit wenig Wasser und Lebensmitteln auf See waren. Schwimmwesten habe es an Bord nicht gegeben und das Boot sei nicht hochseetauglich gewesen.

„Unglaublich gefährliche Reise“

Neben der Überladung habe wahrscheinlich auch die schwere See zu dem Unglück beigetragen, sagte Militärsprecher Gabe Somma. „Es war eine unglaublich gefährliche Reise.“

Haitis Regierungschef Laurent Lamothe sprach den Flüchtlingen sein Beileid aus und kündigte Maßnahmen an, illegale Überfahrten von Migranten zu verhindern.

Ähnliche Flüchtlingsdramen ereignen sich mit erschreckender Regelmäßigkeit in der Karibik. „Leider haben wir es nahezu jeden Monat mit Tragödien dieser Art zu tun“, sagte Ryan Doss von der Küstenwache. Jedes Jahr kämen auf solchen illegalen Überfahrten Hunderte Menschen ums Leben.

Flüchtlinge aus Haiti wollen in der Regel auf die Bahamas gelangen oder die USA erreichen. Dabei kentern immer wieder Schiffe. Erst Mitte Oktober waren vier Frauen aus Haiti vor Miami ums Leben gekommen.

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