piwik no script img

Blaue Flecken

■ Kleinkind in Kita verletzt. Niemand hats gesehen. Jugendamt untersucht den Vorfall

Ein zehn Monate altes Kind wurde Mittwoch früh in einer Eppen-dorfer Kita auf bisher ungeklärte Weise verletzt. Berichten zufolge hatte das Baby rote Striemen und blaue Flecke im Gesicht, als die Mutter es abholte. Erzieherinnen hatten sie angerufen, sie möge ihre Tochter zum Arzt bringen.

Zunächst wurde vermutet, dass ein zweieinhalbjähriger Junge das Kind geschlagen hatte. „Ob das stimmt, wissen wir noch nicht“, sagt dazu Martin Schaedel von der Vereinigung der Kindertagesstätten, die besagte Kita betreibt.

Das Baby sei mit 20 anderen und fünf Betreuerinnen zusammen gewesen und habe in Sichtweite der Erzieherin auf einer Matratze gelegen. Schaedel: „Bisher ist unklar, wie die Verletzung zustande kam. Harte Gegenstände waren nicht im Raum.“ Grundsätzlich würden nur sehr wenige Kinder unter einem Jahr pro Krippengruppe aufgenommen, von 3500 Krippenkindern seien 280 jünger als zwölf Monate.

Jürgen Näther vom aufsichtsführenden Amt für Jugend hat einen Bericht über den Fall angefordert, nimmt aber die Einrichtung in Schutz: Dass ein Kind ein anderes schlage, komme „leider Gottes immer mal wieder vor“. Eine Erziehungssituation, in der ein Kind jederzeit beaufsichtigt werde, sei „nicht realistisch“.

Erst im Sommer waren zwei Erzieherinnen einer Wilhelmsburger Kita in zweiter Instanz vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen worden. In ihrer Gruppe war ein Kind zu Tode gekommen, weil sich eine Jackenkordel an einer Rutsche verhakt hatte. kaj

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen