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Beruf: Hure

■ Eine Umfrage zum Hurentag

Samstag nachmittag am Westberliner Scheck(!)PointCharlie Huren befragen Passanten: „Ist Prostitution Arbeit?“ Die Antwort von (fast) allen Angesprochenen lautet: Na klar. Und dementsprechend - so die allgemeine Meinung - sollten Sex -Arbeiterinnen auch behandelt werden. Anlaß der Umfrage war der 2. Juni, den Westberliner Huren-Aktionsgruppen vor drei Jahren als „Internationalen Hurentag“ ausgerufen haben. Das Motto des Tages: „Alle haben eine Geschichte - wir auch.“ Denn am 2. Juni 1975 besetzten französische Prostituierte aus Protest gegen immer härtere Arbeitsbedingungen die St. -Nazier-Kirche in Lyon. Und damit ging die Hurenbewegung los. Hauptforderung ist die gesellschaftliche Anerkennung von Prostitution als Beruf. Angenehm überrascht waren die Huren, daß ihre Forderungen bei den befragten Männern und Frauen auf Zustimmung stießen. „Es ist eine Arbeit wie jede andere... man tut was Gutes für andere Menschen.“ Ein DDR -Gast erkannte eine Schwierigkeit: „s‘ gibt keine Stätte für Ausbildung... aber warum nicht, alles ist möglich.“ Ein anderer zum Thema Steuern: „Es müßte Quittungen geben, und dann würden einige nicht kommen.“ Eine Passantin zur Bezeichung „sittenwidrig“, wie der Sex-Lohn strafrechtlich immer noch bezeichnet wird: „Die Zeit ist vorbei.“

ml/prosnost

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