Kommentar Zomia-Zukunft: Beleidigte Leberwurst

Der Bezirksamt-Chef will demonstrieren, dass er diese Wohnform nicht akzeptiert

Es könnte alles ganz einfach sein: Die Bauwagengruppe Zomia hat sich mit ihrem Areal am Ernst-August-Kanal angefreundet und würde gern dort bleiben. Doch der populistische Bezirksamts-Chef Markus Schreiber probt mal wieder den Aufstand, droht permanent mit Räumung und nötigt die Stadtentwicklungsbehörde zur Suche nach einem Alternativplatz.

Die vorgeschobene Begründung, ein Bauwagenplatz könne auf dem Industriegelände aus rechtlichen Gründen nicht geduldet werden, ist Heuchelei. Auch die vorige Woche zur Diskussion gestellten vier Areale waren zum Großteil Gewerbeflächen - also muss es gehen. Der Bezirk könnte den Vorschlag der Grünen aufgreifen und den Platz durch eine Bebauungsplan-Änderung legalisieren.

Aber nein, Schreiber will demonstrieren, dass er diese Wohnform nicht akzeptiert. Und alles deutet darauf hin, dass Schreiber seinen Senats-Genossen - allen voran Bürgermeister Olaf Scholz - einen Denkzettel dafür verpassen will, dass er nicht Bausenator geworden ist.

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Jahrgang 1956, Seit 1983 bei der taz – zuerst bei der taz.hamburg und jetzt bei der taz.nord in Hamburg. Ressorts: Polizei, Justiz, Betrieb und Gewerkschaft. Schwerpunkte: Repression, progressive Bewegungen und Widerstand gegen Gentrifizierung

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