Bahnchef fordert allgemeinen Tarifvertrag: Napoléon Mehdorn

Ganz neue Töne vom Bahnchef: Er vergleicht sich mit dem französischen General Napoléon - und kämpft neuerdings für einen allgemeinen Bahntarifvertrag.

Napoléon wäre sicher ein hervorragender Bahnchef gewesen, meint Hartmut Mehdorn. Bild: dpa

BERLIN taz Bahnchef Hartmut Mehdorn hat ein Vorbild: Napoléon. "Mir imponiert der Mann", sagte Mehdorn in einem FAS-Interview. Er sei ein begnadeter General gewesen, der allerdings zu viele Kriege geführt habe. Napoléon wäre sicher "ein hervorragender Bahnchef gewesen".

Mehdorn nimmt das für sich auch in Anspruch, trotz der Kritik an seiner Privatisierungspolitik. Nun will er sich offenbar bei seinen Untergebenen beliebt machen - so wie Napoléon von seinen Soldaten geliebt werden wollte. Denn Mehdorn hat Vorschläge gemacht, die den Bahnern gefallen.

"Wir fordern, dass alle angemessene Tarifverträge haben müssen", so Mehdorn mit Blick auf den Wettbewerb auf der Schiene. Deshalb dürfe es keine Haustarifverträge geben, die "bis zu 25 Prozent unter unserem Niveau liegen". Zustimmung bekam er von der Bahngewerkschaft Transnet. "Ein allgemeiner Tarifvertrag in der Branche wäre sinnvoll", sagte Transnet-Sprecher Michael Klein am Sonntag der taz. Falsch sei, wenn der Wettbewerb nur über den Lohn ausgetragen würde. Allerdings müssten verschiedene Bahn-Arbeitgeberverbände und -Unternehmen an einen Tisch gebracht werden. "Das ist eine Herkules-Aufgabe." Auch die Lokführergewerkschaft GDL zeigte sich im Grundsatz nicht abgeneigt. "Unser Ziel ist es, auch bei den nicht bundeseigenen Bahnen das Gehaltsniveau auf das unseres Lokführertarifvertrages mit der DB AG heranzuführen", so GDL-Sprecherin Gerda Seibert zur taz.

Hintergrund der Diskussion ist eine Zunahme des Wettbewerbs auf der Schiene. Da zahlreiche Verkehrsverträge auslaufen, werden Verkehrsleistungen neu ausgeschrieben. Bis zum Jahr 2013 dürften 180 Millionen Zugkilometer von diesen Neuvergaben betroffen sein, schätzt Transnet.

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