Bahn soll produktiver werden: Preise steigen - bald

Die Streiks der Lokführer haben die Bahn geschädigt, sagt Bahn-Chef Mehdorn. Um die Produktivität zu steigern, könnten die Fahrpreise erhöht werden.

Nutzt Bahn-Chef Mehdorn den Lokführer-Streik als Vorwand die Preise zu erhöhen? Bild: dpa

BERLIN rtr Die Deutsche Bahn plant nach Angaben von Konzernchef Hartmut Mehdorn keine schnelle Erhöhung der Fahrpreise. In einer Reaktion auf einen Bericht des Magazins Focus über ein neues Sparpaket schloss Mehdorn am Sonntag Preiserhöhungen aber nicht gänzlich aus. Er nannte nur den Eindruck irreführend, "Fahrpreiserhöhungen seien bereits eine beschlossene Sache und stünden unmittelbar bevor".

Mehdorn widersprach der Darstellung, die Bahn plane die Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland oder wolle gar Unternehmensteile verkaufen: "Solche rein theoretischen Handlungsoptionen haben mit den Vorstellungen des DB-Vorstands nichts zu tun." Nach Mehrdorns Darstellung gefährden die nach monatelangem Streit mit den Lokführern vereinbarten Lohnsteigerungen in zweistelliger Höhe die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. "Richtig ist auch, dass die DB AG durch eine Vielzahl von Maßnahmen weiterhin ihre Produktivität sowie die Attraktivität ihrer Angebote steigern wird", kündigte Mehdorn an. Focus hatte berichtet, Mehdorn habe bereits am 1. Februar dem Aufsichtsrat vorgeschlagen, Fahrpreise zu erhöhen und Zusatzgeschäfte zu akquirieren. Außerdem sollten unter anderem bestimmte Arbeiten in Billiglohnländer ausgelagert und unprofitable Geschäftsfelder abgestoßen werden.

Mehdorn hatte bereits Mitte Januar erklärt, die Bahn müsse in den kommenden fünf Jahren rund 1 Milliarde Euro Mehrkosten wettmachen, und Einschnitte angekündigt.

Die Wirtschaftswoche berichtete unter Berufung auf eine im Dezember verabschiedete "geheime Mittelfristplanung" des Konzerns, der Umsatz solle in den nächsten fünf Jahren von 31,4 auf 39,6 Milliarden Euro steigen. Im selben Zeitraum solle das operative Betriebsergebnis nach Abzug der Zinsbelastung um zwei Drittel auf 2,7 Milliarden Euro zulegen. Die Kapitalrendite soll demnach von 8,7 Prozent 2007 auf 11,0 Prozent 2012 anwachsen.

Nach einem Bericht des Spiegels will Mehdorn bei der angestrebten Teilprivatisierung des Konzerns sowohl die staatliche Holding als auch die künftige Betriebsgesellschaft leiten.

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