: Autobahnbau ist noch zu stoppen
■ BI Stadtring Süd fordert AnwohnerInnen der geplanten Neuköllner Autobahntrasse zum massiven Protest auf / BI: Auch bei grünem Licht aus Bonn ist der Autobahnbau keine beschlossene Sache
Die Bürgerinitiative(BI) „Stadtring Süd“ hat gestern darauf hingewiesen, daß der Bau der Autobahnverlängerung nach Neukölln noch keineswegs beschlossene Sache sei. Die „Linienbestimmung“ durch das Bonner Verkehrsministerium dürfe nicht als „Bauerklärung“ mißverstanden werden. Hintergrund: das Verkehrsministerium hat jetzt die vom Berliner Senat vorgeschlagene Trassenführung für die Autobahn abgesegnet. Wie die Berliner Verkehrsverwaltung bereits am Donnerstag mitgeteilt hatte, ist damit die umstrittene Trassenführung der „Variante A 3“ über die Wederstraße verwaltungsintern verbindlich festgelegt. Bevor die 2,3 Kilometer lange Autobahn für (schätzungsweise) 220 Millionen Mark gebaut werden kann, muß der Senat allerdings noch einige Hürden nehmen. Spätestens in das jetzt folgende Planfeststellungsverfahren können Anwohner eingreifen, sei es bei der vorgeschriebenen Bürgerbeteiligung, sei es durch eine Klage. Die Neuköllner Autobahn war schon einmal 1979 von Anwohnern vor Gericht gestoppt worden.
Die Trasse „A 3“ soll nun laut Senat am Germaniagarten an den bisherigen Autobahn-Südring anschließen. Die bereits gebaute Brücke über die Gottlieb-Dunkel-Straße bleibt links liegen und muß abgerissen werden. Die Dunkel-Straße und ein Teil des östlich davon gelegenen Friedhofes sollen statt dessen in einem Tunnel unterquert werden. In „offener Tieflage“ soll die Trasse dann unter dem Straßenzug Hermannstraße/Britzer Damm hindurchgeführt werden. Zwei Kleingarten-Kolonien müßten dafür verschwinden, ebenso etwa 400 Wohnungen in der Wederstraße, die durch die Trasse fast vollständig vernichtet würde. An der Ballinstraße soll die neue Autobahn enden. Der Straßenzug Sieversufer/Nobelstraße soll ausgebaut werden, damit er den von der Abfahrt kommenden Verkehr aufnehmen kann.
Mit Blick auf die immensen ökologischen und städtebaulichen Schäden, die der Autobahnbau anrichten würde, hatte die BI „Stadtring Süd“ das Vorhaben stets abgelehnt. Sie weist außerdem daraufhin, daß neue Autobahnen zusätzlichen Verkehr erst erzeugen. Verglichen mit den anderen Varianten ist insbesondere die jetzt festgeklopfte Trasse „A3“ verkehrsplanerisch relativ ungünstig gelegen. Senatsgutachten hatten aus ökologischer Sicht für die anderen Trassenvarianten plädiert, die durch den S-Bahn -Graben gelegt worden wären.
hmt
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