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Landtagswahlen in Deutschland Auf wen es jetzt ankommt

Zu den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt richten wir den Blick auf die demokratische Zivilgesellschaft – mit mehr Berichterstattung und Veranstaltungen vor Ort.

Aus der taz | Auf dem diesjährigen taz lab im April haben wir es zum ersten Mal ausgesprochen: „Wetten, dass die Demokratie gewinnt?“ Mit dieser Wette und diesem Motto gehen wir in die Landtagswahlen, vor denen so viele Angst haben. Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.

Denn wir sind überzeugt, dass diese Wahlen noch nicht entschieden sind. Dass die Zwangsläufigkeit, die in vielen Berichten durchklingt – Sieg der AfD, absolute Mehrheit, autoritäres Märchenland – längst nicht ausgemacht ist.

Denn noch haben die Menschen nicht gewählt. Noch können die demokratischen Parteien mit guter Politik und gutem Wahlkampf überzeugen. Und, für uns das stärkste Argument: In beiden Bundesländern sind so viele, die für die Demokratie kämpfen und den ­aktuell befürchteten Durchmarsch der AfD aufhalten können.

Wo die taz besonders aufmerksam bleibt

Auf sie wollen wir in den kommenden Monaten die Scheinwerfer richten. Wir haben zu beiden Landtagswahlen wieder ein Sonderprojekt konzipiert.

Denn ja, natürlich wählt auch Berlin im September ein neues Parlament. Und natürlich werden Sie auch über die Wahlen in der Hauptstadt viel in der taz lesen. Aber Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt verdienen unsere besondere Aufmerksamkeit, weil dort mit der ohnehin schon starken AfD noch mehr auf dem Spiel steht. Deswegen stellen wir das Projekt auch unter den Titel unserer Wette: „Wetten, dass die Demokratie gewinnt?“

Wir berichten mehr als gewohnt, was in den beiden Bundesländern passiert, in der Zeitung, auf taz.de, in unseren Podcasts und unseren Social-Media-Kanälen.

Starten wollen wir offiziell in der wochentaz vom 11. Juli. Wir werden in dieser Ausgabe Leute vorstellen, über die es so oft heißt, auf sie komme es jetzt an: Menschen aus der Zivilgesellschaft.

Zivilgesellschaft?

Gerade in Ostdeutschland wollen viele mit diesem Titel, diesem Wort nichts zu tun haben. In ostdeutschen Ohren klingt es zu sehr nach Bürgeramt und zu wenig nach gelebter Demokratie. Gemeint sind diejenigen, die sich jeden Tag dem Rechtsdrall entgegenstellen – in den Schulen und Fußballstadien, in der Kneipe, der Feuerwehr, an der Tischtennisplatte. Es gibt diese Leute zuhauf.

Die Liste der Un­ter­zeich­ne­rIn­nen für die Initiative „Sachsen-Anhalt. Weltoffen!“ ist so lang, dass wir sie in der Vorbereitung auf unser Projekt kaum erfassen konnten.

Wir spenden an Leute unter Druck

Gleichzeitig stehen diese Menschen gerade in Ostdeutschland extrem unter Druck. Sie werden verspottet und bekämpft, ihren Projekten werden Gelder entzogen, um sie zum Schweigen zu bringen. Insofern: Wer in Westdeutschland nach Möglichkeiten sucht, die Demokratie in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zu unterstützen, sollte Geld spenden.

Auch wir, die taz, spenden in diesem Sommer einen Teil unserer Einnahmen nach Ostdeutschland. Im August und September fließen 50 Prozent aller Einnahmen aus den Neuanmeldungen bei unserem freiwilligen Bezahlmodell taz zahl ich an die Initiative Alles beginnt im Zentrum. Mit diesem Fonds werden linke Orte unterstützt, selbstverwaltete Jugendklubs, nichtkommer­zielle Kulturbühnen, queere Cafés.

Den Sommer über wollen wir in der wochentaz außerdem jede Woche eine Person aus den beiden Bundesländern schreiben lassen.

SchriftstellerInnen erzählen, wie sie auf ihre Heimat schauen, JournalistInnen schreiben darüber, was es bedeutet, dort über die AfD zu berichten. Mit unserem Korrespondenten David Muschenich verstärken wir unsere Präsenz in Sachsen-Anhalt, der Kollege Rainer Rutz wird für vier Wochen aus Schwerin schreiben.

Kurz vor den Landtagswahlen bringen wir dann in beiden Bundesländern diejenigen auf die Bühne, die das Ruder noch rumreißen können: VertreterInnen der Zivilgesellschaft und die Spit­zen­kan­di­da­tIn­nen der demokratischen Parteien.

Am 25. 08. sind wir im Moritzhof in Magdeburg, am 04. 09. im Peter-Weiß-Haus in Rostock präsent.

Am 06. 09. wählt Sachsen-Anhalt, am 20. Mecklenburg-Vorpommern.

Alles, was Sie dazu wissen müssen, lesen, hören und sehen Sie vorher in der taz. Damit ist es also offiziell: Top, die Wette gilt.

🐾 Unser Schwerpunkt zu den Landtagswahlen: taz.de/landtagswahl