Er will unbedingt wieder in den Bundestag, dabei geht es ihm da gar nicht gut: „Ein Lump“ sei er, hetzen die Kollegen aus anderen Fraktionen, „schlimm wie Hussein.“ Warum Gregor Gysi sich das alles antut, darüber grübelt er nicht so gern: „Ich habe Angst, mich dann zu zerstören.“ Der PDS-Mann aus dem Osten hat Großes vor: „Die SPD will er nach links ziehen, die Grünen vor ihrem Schicksal als zukünftige FDP bewahren und die Menschen „aufwecken“ und ihnen klarmachen, woran er noch immer glaubt – der deokratische Sozialismus ist machbar. ■ Ein Gespräch mit Arno Luik
Der Ehrenvorsitzende der FDP muß sehr lachen. Über die SPD und ihren Scharping: „Er muß noch üben, der Herr!“ Über die Grünen und ihren Fischer: „Das einzig Zuverlässige ist seine Unzuverlässigkeit.“ Kanzler Kohl? Eine Art Verfassungsfeind. Ärgerlich: Noch läuft nicht alles so, wie Graf Lambsdorff es gerne hätte. „60-Stunden-Woche – warum nicht?“ Aber der Mann ist auch Realist. Er weiß, daß ihm im Jenseits nur eins bleibt: „auf Gnade“ zu hoffen. ■ Ein Gespräch mit Arno Luik
Eine Ausstellung und ein Film über das Schicksal deutscher und österreichischer Emigranten ist am Goethe-Institut in Lissabon zu sehen ■ Von Theo Pischke
Unter der Leselupe des Postkolonialismus wird der französische Kinderklassiker „König Babar“ zur Fabel einer gelungenen Kolonisierung ■ Von Caroline Fetscher
Die Marktstrategen der E-Klasse schielen neidvoll auf die Popbranche, doch E-Musiker scheuen eben den Ganzkörpereinsatz. Die erste KlassikKomm. eröffnete Einblicke in die Grabenkämpfe zwischen Kunst und Kommerz ■ Von Reinhard Lüke
Spielbergs Oskar Schindler – ein zunächst unterkapitalisierter Unternehmer, der in einem vorgefundenen Umfeld von Zwangsarbeit, Arisierung und Massenvernichtung die Ausnahme wird, die die tödliche Regel bestätigt ■ Von Micha Brumlik
Im Rheinland lagen närrisches Treiben und der Aufruhr gegen Preußen dicht beieinander. Erst ab 1850 verkam der politische Karneval zur Verherrlichung des Militärs ■ Von Klaus Schmidt
Wechselhafte Raumerfahrung mittels einfacher Gesten und leiser Ironie: „Das Haus – Zum Haus“, eine zweiteilige Ausstellung der türkischen Bildhauerin und daad-Stipendiatin Ayșe Erkmen in Berlin ■ Von Brigitte Werneburg
Wer hat die Bilder verraten? Im Frankfurter Kunstverein wird die Beziehung von Text und Bild in der Ausstellung „Die Sprache der Kunst“ als Jahrhundertthema enzyklopädisch durchexerziert ■ Von Britta Färber