Gewaltsame Todesfälle, durchzechte Nächte: Für den Mann, der sich Weegee nannte, gehörten sie zum Leben der Lower East Side. Die Galerie C/O Berlin stellt den Chronisten der Großstadtnacht vor
Die Galerie Camera Work besteht seit zehn Jahren, die Fotoagentur Magnum seit sechzig. Ihre Ausstellung „Berlin 1946–2006 – Magnum Photos“ erzählt vom schnellen Rollenwechsel der Stadt
Die Deutsche Guggenheim zeigt die italienische Variante des Pointillismus: Der „Divisionismus“ inszeniert Licht und Natur mit viel Pathos und verbeugt sich vor dem Alltag der ArbeiterInnen
Guillaume Siffert lernte Filmschnitt und montiert jetzt lieber reale Begegnungen. Der junge Elsässer liebt obskure Musik und zerrissene T-Shirts. In Neukölln betreibt er den kleinen Plattenladen „Le Petit Mignon“ und lädt zu Kunst und Konzerten
Pixeln mit Teelichtern oder der Künstler als Entertainer im Dienst der Raumfahrt: Der transmediale gehen ihre Diskurse verloren. Das zeigt auch die Ausstellung „Unfinish“ in der Akademie der Künste
Neuer Ärger für Mehdorn: Zum Holocaust-Gedenktag gibt es Protest gegen die geplante Schau über Deportationen. Kritiker bemängeln, dass die Initiatoren Beate und Serge Klarsfeld außen vor bleiben
Jule K.s Comics sind die Definition von süß. Ihre Protagonistinnen sind hedonistische Supergirls mit Minikleid und Krönchen, lebenszieltechnisch und emotional angemessen verwirrt. Ihre postfeministische Anti-Manga stellt Jule K. jetzt in Berlin aus
Graf Zahl und das grüne M: In der Ausstellung „Habenichts“ in der Galerie Barbara Weiss bringt die Künstlerin Ayse Erkmen die Zeichen der Stadt ins Trudeln, den Betrachter ins Stolpern und seinen Kopf auf neue Gedanken
Dimitri Hegemann, „Tresor“-Gründer, Macher und Visionär, arbeitet am nächsten Mammutprojekt: In einem alten Kraftwerk an der Köpenicker Straße will er den Tresor im März neu eröffnen – unter einem riesigen neuen Kunstraum. Ein Ortstermin
Ein sowjetisches Künstlerschicksal zwischen 1927–1946: als Konstruktivist gefeiert, als „Formalist“ verfemt, als Kriegsreporter eine neue Chance. Das Deutsch-Russische Museum in Karlshorst widmet dem Fotografen Boris Ignatowitsch eine Werkschau
Der Fotograf, der durch die Realität hindurch fotografiert: Peter Woelck müsste für seine großartigen Aufnahmen eigentlich berühmt sein und hoch gehandelt werden. Doch sein Leben beweist, dass es den verkannten Künstler noch immer gibt
Paul Snowden will, dass es knallt. Der Exwerber überzieht die Stadt seit Jahren mit seinen Berlin-Brands: Plakate, T-Shirts, Grafik. Jetzt ist er Künstler. Seine erste Ausstellung, „In The Battle Against Evil The Good Will Prevail“, hat gerade eröffnet
Kunst wird Karneval, es lebe die Verwandlung! In einem Videozyklus in der daad-Galerie stillt die Künstlerin Katarzyna Korzyra ihren Hunger nach Bewunderung ohne Reue
Im Boot mit argwöhnisch beäugten Künstlern: Die Ausstellung „Im Malstrom subversiver Worte“ aus dem Archiv von Gerhard Wolf erinnert im Forum Amalienpark an das Geflecht von Musik, Kunst und Literatur, das in der späten DDR auf Verdacht stieß
Freiwillige Selbst-Ghettoisierung: In „Queer Duck: The Movie“ essen schwule Tiere schwule Pizza. Der ironische Cartoon läuft heute auf dem „Verzaubert“-Filmfestival