■ Die Spekulationen über die Zukunft der serbischen Provinz werden auch vom britischen Außenminister zurückgewiesen – ähnlich wie in Bosnien. Doch dort kam alles ganz anders
■ Die im Kosovo stationierte jugoslawische Armee rüstet auf. Brücken sind vermint, Panzersperren errichtet. Sollte die Nato eingreifen, drohen serbische Militärs, würden sie mit dem Widerstand der Kosovo-Albaner ein für allemal aufräumen
■ Von Anfang an gab es Hinweise, die für ein Massaker sprachen. Durch Verzögerung und Vertuschung hat das Belgrader Regime erreicht, daß eine vollständige Aufklärung unmöglich ist
■ In den letzten dreieinhalb Tagen verhandelte US-Außenministerin Madeleine Albright in Rambouillet fast ununterbrochen mit den Delegationen der Kosovo-Albaner und der serbischen Regierung. Mehr als einen Teilerfolg konnte sie dennoch nicht erreichen
■ Die albanische Delegation hat sich mit dem Vertragsentwurf von Rambouillet schwergetan. Sie wollten sich vor allem eine spätere Unabhängigkeit nicht versperren
■ Die Bewohner von Racak konnten nur noch fliehen, als am Freitag morgen serbische Polizisten in ihr Dorf eindrangen. Wer nicht schnell war, wurde ein Opfer der Uniformierten. Mit dem Massaker von Racak wurden wieder einmal die Hoffnungen auf einen dauerhaften Frieden zunichte gemacht
■ Ibrahim Kelmendi, Vorsitzender der „Demokratischen Vereinigung der Albaner in Deutschland“ (DVAD), räumt ein, daß Geldspenden außer an Bedürftige auch an die UCK weitergeleitet wurden
■ In Serbien werden die Gerüchte über ein Massaker als „Medienkrieg gegen die Serben“ bewertet, schon deshalb, weil selbst albanische Quellen von insgesamt 50 Toten berichteten
■ Die Kämpfe im Kosovo dauern an. Seit Tagen irren Tausende Kosovo-Albaner in panischer Angst vor den Angriffen der serbischen Einheiten durch die Region Drenica. Aus Llikovc Erich Rathfelder
■ Shaban Shala, vor dem Krieg Menschenrechtsaktivist und heute Kommandeur der Einheiten der Kosovo-Befreiungsarmee UCK in der Region Drenica, erwartet keine Unterstützung von außen