„Notleidende Banken“ ist das Unwort des Jahres 2008. Es stellt Ursachen und Folgen der Finanzkrise auf den Kopf, sagt die Jury. Und es verhindert eine dringende notwendige Sachdiskussion
Während die Deutschen auf der internationalen Vorurteilsskala als Weltmeister im Pessimistischsein gelten, ist es beim Geld genau umgekehrt - nach dem Motto "Augen zu und durch".
Verlorene Milliarden, verlorene Daten, verlorene Wut. Wenn wirklich etwas passiert, ist das kaum noch der Aufregung wert. Aus Skandalen werden Pannen, aus Millionen kleine Abschreibungen.
Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband bejubelt in Berlin den 40. Geburtstag des Geldautomaten und freut sich über wenig Kundenkontakt mit vielen Möglichkeiten. Ein Ortstermin.
Den Triumph, kein Rettungsgeld anzunehmen, begleitet Josef Ackermann mit einer Demutsoffensive. Jeder soll sehen, wie viel der Chef der Deutschen Bank dazugelernt hat.
Das ehemals so reiche Island ächzt unter den Auswirkungen der Finanzkrise – auch deshalb, weil auf der Insel alles miteinander verflochten ist. Beruhigend für die Einwohner sind aber die Ressourcen
Die Finanzkrise ist da, und mit ihr ein Heulen und Zähneklappern. Was nämlich zurzeit im Bankensektor geschieht und wo das ganze Geld hin ist, versteht kaum jemand. Leider.
Eine Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank scheint perfekt. Also schnell das Konto wechseln? Das ist nicht das Ding der Klientel. Denn die ist laut Umfrage eher inaktiv
Frankfurt baut anders: Die Europäische Zentralbank erhält die Baugenehmigung für einen umstrittenen Neubau auf dem Gelände der denkmalgeschützten Großmarkthalle.
Politiker und Experten können sich noch so beschwichtigend geben: Auch in Deutschland werden wir die Finanzkrise zu spüren bekommen. Und zwar jeder von uns.
Immer wenn es zu Steuerskandalen kommt, entfacht die gleiche Debatte zwischen Deutschen und Schweizern: Das helvetische Bankgeheimnis decke Kriminelle. Aber was steckt hinter diesem Mythos?