: Antworten gesucht von Gisela Beck
GASTKOMMENTAR
Antworten gesucht von Gisela Beck
In einer Zeit,
in der der gesamte zweite Arbeitsmarkt zusammenbricht, über selbstverwaltete Betriebe, deren Entwicklung und Perspektiven zu reden, fällt wahrlich schwer. Eine Veranstaltung — organisiert von der Behörde für Arbeit, Gesundheit und Soziales — zeigte denn auch die Hilf- und Perspektivlosigkeit in dieser Krise auf.
So ist der Gedanke absurd, ausgegrenzte Menschen des Arbeitsmarktes zu motivieren, sich in selbstverwalteten Betrieben zusammenzuschließen oder sich einzeln selbständig zu machen. Was die Beschäftigungsprojekte wirklich brauchen, ist die Möglichkeit, Beschäftigung anzubieten, die den Zielgruppen gerecht wird.
Und das könnte zum Beispiel dann auch bedeuten, daß Beschäftigungsprojekte — wenn die Voraussetzungen stimmen — marktorientiert arbeiten. Absolut unzulässig wäre es aber, Beschäftigungsträger ausgerechnet in einer Zeit der allgemeinen finanziellen Krise in das kalte Wasser der Selbständigkeit oder Teilselbständigkeit zu stoßen.
Was Hamburg jetzt dringend braucht, sind neue Antworten auf die Probleme des Arbeitsmarktes. Vorschläge hierzu sind zahlreich vorhanden, bisher mangelte es allerdings am politischen Willen, sie umzusetzen.
Auf der gestrigen Tagung wurde ein kommunales arbeitsmarkt- und sozialpolitisches Konzept gefordert, das in Zusammenarbeit mit Beschäftigungsträgern und verschiedenen Fachbehörden erstellt werden soll. Gefordert wurde darüber hinaus, alte Finanzierungs- und Förderungsinstrumente sinnvoll miteinander zu verknüpfen und neue zu schaffen.
Wie kreativ Fachbehörde, Bürgerschaft und Senat mit der derzeitigen Krise auf dem zweiten Arbeitsmarkt umgehen, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.
Mit der alleinigen Hoffnung auf Bonner Hilfe ist es hierbei nicht getan. Auf Hamburger Ebene könnte sofort etwas geändert werden.
Siehe Bericht Seite 30
Unser Mittel gegen Antifeminismus
Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen