: Abu-Nidal-Gruppe tötete PLO-Funktionär
Tunis (afp) — Die Palästinensergruppe Fatah - Revolutionärer Rat (Fatah - RC) von Abu Nidal hat sich am Dienstag zur Ermordung des PLO-Sicherheitschefs Atef Bseiso bekannt. In einer aus Beirut datierten Erklärung, die 'afp‘ in Tunis zuging, teilte die Gruppe mit, „der Verräter Atef Bseiso“ sei getötet worden, weil er europäischen Geheimdiensten genaue Informationen über palästinensische Organisationen geliefert habe. Bseiso war in der Nacht zum Montag vor einem Pariser Hotel erschossen worden. Die PLO hatte zunächst den israelischen Geheimdienst Mossad verdächtigt. Die Fatah - RC war 1974 aus der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ausgeschlossen worden.
Atef Bseiso, der nach israelischen und palästinensischen Angaben auch den Anschlag bei den Olympischen Spielen 1972 in München auf die israelische Delegation mit plante, war ein enger Mitarbeiter des im Januar 1991 in Tunis ermordeten PLO-Sicherheitschefs Abu Ijad, dessen Aufgabenbereich er anschließend übernahm. Dieser war von einem seiner Leibwächter ermordet worden, der nach eigenen Angaben zur Gruppe von Abu Nidal gehörte. Bseiso wollte der ägyptischen Nachrichtenagentur 'Mena‘ zufolge in Paris mit der französischen Polizei Gespräche über die Sicherheitsmaßnahmen für die in Frankreich ansässigen PLO- Mitglieder führen.
In dem Kommunique des Fatah - RC heißt es „eine seiner Gruppen hat den Verräter Atef Bseiso exekutiert, der in den vergangenen Jahren die europäischen Geheimdienste mit Informationen über die Situation verschiedener Palästinenserorganisationen, ihre Führung, Funktionsweise sowie die Art und Weise, wie sie ihre Waffen erhalten, versorgt hat.“ Der Getötete habe zudem „Geheimnisse über bestimmte Palästinenserzellen verbreitet und damit ihre Operationen zum Scheitern gebracht“. Die Organisation machte Bseiso in dem Schreiben zudem für inner-palästinensische Kämpfe in Südlibanon verantwortlich, bei denen „Dutzende Mitglieder der Organisation ums Leben kamen“. Sie schreibt ihm hierin zudem eine „fundamentale Rolle bei Streitpunkten der Bewegung“ zu, weil er „revolutionäre Elemente ermutigte, den Kampf aufzugeben und sich denen anzuschließen, die unsere Sache verschleudern“.
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