: Abschiebung: Entweder Knast oder Krieg
■ Hamburger Ausländerbehörde bleibt hart, obwohl dem Roma Milrad Pavlovic in Serbien als Deserteur eine Haftstrafe droht
als Deserteur eine Haftstrafe droht
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2å Seit 14 Jahren lebt Milrad Pavlovic und seine Familie in Deutschland. Drei Kinder sind in Hamburg geboren und besuchen hier die Schule. Weil Hamburg seine Abschiebepraxis verschärft, soll die Roma-Familie nun nach Serbien abgeschoben werden. Auf Palovic wartet das Militär oder der Knast.
Seit Jahren bemüht sich die Familie, ein Bleiberecht durchzusetzen. Zwei Petitionen wurden von der Bürgerschaft abgelehnt. Am 12. Januar dieses Jahres übermittelten Verwandte ihm einen Einberufungsbescheid der Serbischen Armee: Er solle sich unverzüglich zum Wehrdienst einfinden. Pavlovic kam der Aufforderung nicht nach und gilt seither als Deserteur, dem in Serbien vier Jahre Knast drohen.
Obwohl die Ausländerbehörde den Einberufungsbescheid zunächst für echt hielt, wurde dem Roma vor wenigen Tagen in Anwesenheit von GAL-Referent Peter Mecklenburg eröffnet, daß daß er abgeschoben werden soll. Meckenburg: „Die wollten die Abschiebung knallhart durchziehen.“ Begründung: Es gebe „Anzeichen“ dafür, daß der Bescheid gefälscht sei. Behördenchef Ralph Bornhöft: „Die Bescheinigung ist zusammengeklebt und dann kopiert worden.“ In der Tat handelt es sich um eine Kopie, denn das Original würde ohnehin bei der serbischen Armee liegen. Auch der Vorhalt Mecklenburgs, daß aufgrund einer „Annahme“ nicht eine so schwerwiegende Entscheidung getroffen werden könne, machte in der Behörde keinen Eindruck. Am 21. Juni fällt die endgültige Entscheidung.
Pavlovic Anwalt Manfred Getzmann hält die Abschiebung für rechtswidrig, weil sie gegen das Uno-Embargo verstoße. Durch die Hamburger Abschiebepraxis würde die serbische Armee unmittelbar aufgerüstet, die ihr Heer mit Wehrpflichtigen weiter ausbauen möchte. Bornhöft dagegen: „Es gibt keinen Abschiebestopp für Serbien.“ Mecklenburgs Konter: „In Hamburg wird die Devise gefahren: Abschieben um jeden Preis, auch wenn elementare Grundrechte verletzt werden.“ Kai von Appen
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