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Frankfurter Buchmesse 2026 Zwischen Nobelpreis und Bonnie Tyler

Unsere Autorin war zum ersten Mal auf der Frankfurter Buchmesse. Was erlebt man dort? Ein Bericht von den vollen Messehallen bis zu den Dancefloors der spätabendlichen Verlagspartys.

Aus der taz | Mein Messe-Highlight war eine Überraschung. Als ich am taz-Stand ankam, blickte unser Kulturchef gebannt auf die Übertragung aus Stockholm. Dort sollte jede Minute verkündet werden, wer den Literaturnobelpreis 2026 erhält: Anne Carson aus Kanada! Wir recherchierten schnell Verlage, die Texte der Lyrikerin ins Deutsche übersetzen haben lassen. Ich sollte nun zu den Ständen gehen und die Atmosphäre aufschreiben, die dort herrscht. Ich hatte noch nie etwas von Carson gehört, aber lief mit meinem Notizblock los.

Am Stand des Verlags Matthes & Seitz kam ich noch vor der ARD an. Um mich herum waren andere Journalist:innen, die die Übersetzerin von Carson umzingelten und mit Fragen bombardierten. Dann rannte ich schnell weiter zum S. Fischer Verlag, um erste Reaktionen einzufangen.

Aus den Eindrücken versuchte ich, im Backstage des taz-Standes einen Text zu schreiben. Während die Zeit lief, saß ich an einem kleinen Tisch, umgeben vom Stimmengewirr der Messe und meinen taz Kolleg:innen, die um mich herumschwirrten. Als ich den Text abschickte, freute ich mich, dass ich so tagesaktuell über den wichtigsten Literaturpreis berichten durfte. Ich hätte nur gerne mehr Zeit gehabt, um am Aufbau meines Beitrages zu feilen.

Singen und Tanzen neben Dana Vowinckel und Caroline Wahl

Ein messeerfahrener Kollege meinte zu mir, die Partys der Verlage seien mit das Wichtigste auf der Buchmesse. Wofür genau, weiß ich nicht, ich war aber wahnsinnig neugierig. Zuerst ging ich daher zum Empfang des C.H. Beck Verlags. Der verglaste Raum war gefüllt von Jour­na­lis­t:in­nen und Verlagsleuten, alle waren schick angezogen. Anscheinend waren die Leute zum Networken da. Aber ich kann mir weder Namen, noch Arbeitsstellen meiner Ge­sprächs­part­ne­r:in­nen merken.

Neuer Versuch am nächsten Abend, gegen 22 Uhr kam ich mit Ann, unserer taz-Volontärin, bei einer anderen Party an. Der Innenhof war gefüllt mit Leuten, die sich unter einer Lichterkette versammelt hatten. Auf einmal sprach mich eine Lektorin an, die ich tagsüber am Messestand kennengelernt hatte. An ihrem Job möge sie es, nicht als Autorin mit Schreibblockaden kämpfen zu müssen, aber trotzdem an der Sprache von Büchern mitzuarbeiten. Das leuchtete mir ein.

Es war so voll, dass wir uns den Weg nach innen mit Mühe bahnen mussten. Ich traf auf einige Autor:innen, die ich davor nur vom Lesen kannte: Zuerst auf Ole Liebl, der mit einer kleinen Handtasche an mir vorbeilief. Aus den Boxen lief „Total Eclipse of The Heart“. Dazu sangen und tanzten wir, während neben uns die Schriftstellerinnen Dana Vowinckel, Ruth-Maria Thomas und Caroline Wahl das Gleiche taten. Wir hatten viel Spaß an diesem Abend.

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