
20. - 24. September 2025
Brüssel - das Herz Europas
mit Andrea Zoei Weber und Eric Bonse, taz-EU-Korrespondent
Bei dieser 5-Tages-Städtereise lernen Sie bei Spaziergängen Brüssel und seine Stadtteile Ixelles, Etterbeek, Schaerbeek, Tervuren und Molenbeek sowie bei einer Radtour die vielfältigen Seiten der belgischen Region und EU-Hauptstadt kennen: von der Comic-Pracht in der Innenstadt ins EU-Viertel, vom Königlichen Afrikamuseum in Tervuren zum Atomium, mit Pralinenworkshop, Besuch der Gueze-Brauerei und kulinarischer "Tram Experience" sowie dem Besuch von EU-Institutionen.
Brüssel ist eine dreifache Hauptstadt: Brüssel ist Hauptstadt von Belgien. Brüssel gilt als Hauptstadt der EU (Hauptsitz der EU-Institutionen). Und Brüssel ist kurioserweise Hauptstadt der belgischen Region Flandern. Dabei gehört Brüssel gar nicht zu Flandern, wird allerdings von Flandern umschlossen. Brüssel ist immer Machtzentrale gewesen und Sitz des Könighauses (heute mit zwei Palästen).
Themen der Reise
.Dabei ist die eigentliche Gemeinde Brüssel formal nur eine groß geratene Kleinstadt von gerade mal 180.000 EinwohnerInnen. Erst zusammen mit 18 anderen Gemeinden (etwa Ixelles, Saint-Gilles oder Etterbeek) ergibt sich die 1,2-Millionenstadt unter dem offiziellen Namen Region Brüssel-Hauptstadt. Ja, im Zweifel ist Belgien immer kompliziert, und das vielsprachig: mit Französisch und Niederländisch als zwei der drei belgischen Amtssprachen (die dritte ist Deutsch in Ostbelgien), dazu wie selbstverständlich Englisch.
Die Stadt wirkt vielfältig widersprüchlich: Brüssel ist nach Dubai die zweitinternationalste Stadt der Welt. Hier leben die meisten Menschen mit Diplomatenstatus in Europa (7600; womöglich ist das sogar Weltrekord), und Brüssel ist eine der multikulturellsten Städte des Kontinents.
Programm der Reise

Viele glauben, Brüssel sei grau und dreckig (weil sie nur Blicke von den zugegeben mäßig schönen Bahnhöfen Midi/Zuid oder Nord kennen), dabei ist Brüssel eine der grünsten Hauptstädte Europas. Das liegt an den vielen Parks und den weitläufigen Wäldern am Stadtrand. Im Innenstadtbereich ist Brüssel sehr bunt: durch mehr als 50 riesige Comicbilder an Hauswänden, allesamt von belgischen Kreativen: Tim&Struppi, Lucky Luke, die Schlümpfe.
Brüssel ist Kulturmetropole: Das zeigt sich nicht nur an der unüberschaubaren Zahl an Museen – grandios wie das der Schönen Künste, von Magritte oder Jugendstil-Createur Victor Horta, das Afrikamuseum, Museum für Europäische Geschichte, Comic Museum und viele andere zwischen ungewöhnlich und kurios: Straßenlaternenmuseum, Abwassermuseum, Migrationsmuseum. Dazu städtebauliche Highlights von der überwältigenden Grand Place über die Nationalbasilika und das Atomium bis zum pinkelnden Dreigestirn: Manneken Pis, Jeanneke Pis und Zinneke Pis; Knabe, Frau und Hund.

Brüssel hat neben seiner Comic-Tradition auch in anderen Bereichen der Kunst Spitzenqualität vorzuweisen; in der Musik (Stromae und Jacques Brel sind aus Brüssel), im Kino (Filmmusik und Drehort, etwa „Das brandneue Testament“), internationalem Tanz (De Keersmaeker) und vielem mehr. Die Zivilgesellschaft engagiert sich in zahlreichen Initiativen für mehr Mitbestimmung (Bürgerräte und We need to talk), gegen Leerstand (Communa) und in vielen lokalen Beschäftigungsprojekten.
Wir wollen Brüssel gemeinsam erforschen und den Reisenden näher bringen: Wir, das sind Andrea Weber und taz-EU-Korrespondent Erich Bonse. Wir sind von unserem belgischen Gastland begeistert und fasziniert wegen seiner Genussfreude und Gelassenheit, auch wegen Eigeneinschätzungen wie dieser des Kunstkurators Xaxier Tricot: „Wir Belgier sind Bastarde. Darauf sind viele stolz in diesem Land. Das Reine ist gefährlich.“ Andrea Weber, gebürtig aus Köln, lebt und arbeitet seit 16 Jahren in Brüssel. Sie liebt die Stadt und das Land, hat sich deswegen einbürgern lassen und gibt ihren belgischen Reisepass mit den vielen Comic-Motiven nicht mehr her.
Wir erkunden Belgiens Metropole zu Fuß, per Bus und Straßenbahn. Wir radeln am autofreien Sonntag mit E-Bikes durch die Stadt und lernen das Brüsseler Verkehrswendeprojekt „Good Move“ kennen. In Brüssel gilt, abgesehen von wenigen Hauptstraßen, vorbildlich Tempo 30.

Wir sehen uns im EU-Viertel um und treffen verschiedene Gesprächspartner:innen: Journalist:innen, Vertreter:innen aus EU-Institutionen und Parlament (angefragt), und besuchen dort das Museum für Europäische Geschichte oder das Parlamentarium, das Besucherzentrum des Europäischen Parlaments. Geplant sind zudem Gespräche bei der einen oder anderen zivilgesellschaftlichen Initiative der Stadt.
Wir fahren ins Afrikamuseum nach Tervuren mit seinen unzähligen Raubkunstschätzen: König Leopold II hat den Kongo ab 1885 an Bodenschätzen und Kulturgütern ausrauben lassen wie kaum ein anderer Herrscher der Kolonialzeit, sowohl bezüglich der Menge als auch der erbarmungslosen Brutalität. Das kleine Belgien prosperierte dank millionenfacher Sklaverei - und wurde Ende des 19. Jahrhunderts die viertgrößte Industrienation der Welt.
Neben Stadtverstehen und Kultur sollen Genuss und Kulinarik ein Schwerpunkt der Reise sein: Wir versuchen uns an der Herstellung von Pralinen und besuchen eine Brüsseler Gueuze-Brauerei oder das neue Beer World Museum in der alten Brüsseler Börse. Wir essen traditionsreich belgisch, afrikanisch und speisen nouveau cuisine, nehmen einen „Halb-Halb“ im Uraltcafé Cirio (seit 1886) und knabbern an den besten Fritten der Stadt. Wer möchte, kann - gegen Aufpreis - an einer ganz besonderen kulinarischen Straßenbahnfahrt durch die Stadt teilnehmen („Tram Experience“), bei der ein Sternekoch-Sechsgangmenu serviert wird (muss bei der Buchung angegeben werden, um rechtzeitig Karten bestellen zu können).

Reiseleiterin:
Andrea Zoei Weber, gebürtige Kölnerin, lebt und arbeitet seit 16 Jahren in Brüssel. Sie ist begeistert von ihrer zweiten Heimat, dem bunten Kulturen-, Architektur- und Sprachenmix, der Improvisationskunst der Bewohner:innen und dem fantastischen Essen. Und weil Ihr Stadt und Land so ans Herz gewachsen, ist sie mittlerweile auch stolze Besitzerin eines belgischen Passes.
/14/eric-bonse-wolfgang-borrs(1).webp)
In Kooperation mit
Eric Bonse, EU-Korrespondent der taz in Brüssel
Service & Hilfe: beliebte FAQs
Bitte buchen Sie die Reise direkt beim Reiseveranstalter