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15.01.2026 , 17:59 Uhr
Als Mensch mit Depression macht mir der Vorschlag verpflichtender Hausbesuche durch das Jobcenter ehrlich gesagt Angst. Meine Wohnung ist kein Verwaltungsraum. Sie ist mein Rückzugsort, mein letzter sicherer Ort. Gerade in depressiven Phasen ist sie oft das Einzige, was mich vor vollständigem Zusammenbruch schützt. Die Vorstellung, dass Jobcenter-Mitarbeitende dort verpflichtend erscheinen könnten, fühlt sich nicht nach Hilfe an, sondern nach Kontrolle, Beschämung und Machtmissbrauch. Das Jobcenter geht meine Diagnose nichts an. Punkt. Und erst recht nicht, wie es bei mir aussieht, wie ich meinen Alltag bewältige oder ob ich in einer Krankheitsphase „ordnungsgemäß“ lebe. Wer Hilfe an das Betreten meiner Wohnung koppelt, setzt mich faktisch unter Zwang: Mach auf – oder riskiere deine Existenz. Besonders problematisch ist, dass diese Hausbesuche von Menschen durchgeführt werden sollen, die keine therapeutische Ausbildung haben, unter Zeitdruck stehen und trotzdem über Sanktionen und Wohnkosten entscheiden. Das ist keine Hilfe, das ist gefährlich. Gut gemeinte Ratschläge in so einer Machtkonstellation können massiven Schaden anrichten.
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