Profil-Einstellungen
Login Kommune
Hier könnten Ihre Kommentare stehen
Herzlich willkommen.
Auch Sie haben eine Stimme und auch die soll gehört und gelesen werden.
Hier werden alle Kommentare gesammelt, die Sie verfassen. Außerdem können Sie Kontaktmöglichkeiten hinterlegen und sich präsentieren.
Wir freuen uns, wenn Sie die taz.kommune mit Ihren klugen Gedanken bereichern.
Viel Freude beim Lesen & Schreiben.
meine Kommentare
14.01.2026 , 14:01 Uhr
Ich verstehe den Reflex gegen Einmischung von außen. Die Geschichte zeigt aber auch, dass es Regime gibt, die sich nicht allein durch inneren Protest stürzen lassen, weil sie Armee, Geheimdienste, Propaganda und ein Gewaltmonopol haben.
Deutschland ist dafür ein unangenehmes, aber lehrreiches Beispiel. Die Deutschen haben das NS Regime nicht aus eigener Kraft beendet. Es gab Widerstand, etwa am 20. Juli, durch die Weiße Rose sowie durch kirchliche und kommunistische Gruppen. Dieser Widerstand war jedoch zu klein, zu zerschlagen und zu machtlos, um den Staat zu kippen. Am Ende wurde das Regime militärisch von außen besiegt, während eine Befreiung im Inneren nicht gelang.
Übertragen auf Iran heißt das nicht, dass jemand eine koloniale Kontrolle will. Es heißt, dass ohne Druck und Unterstützung von außen, politisch, wirtschaftlich, technisch und juristisch, eine Protestbewegung oft allein gegen ein hochgerüstetes Unterdrückungssystem steht.
Außerdem ist der Vorwurf der Außensteuerung kein überzeugendes Gegenargument. Solche Regime behaupten das ohnehin immer, selbst wenn Menschen nur Freiheit und Würde fordern. Die entscheidende Frage ist daher nicht Einmischung ja oder nein, sonde
zum Beitrag13.01.2026 , 19:24 Uhr
Ich teile Ihr Ziel eines säkularen Rechtsstaats und freier Wahlen. Ihre Zuspitzung wirkt jedoch wie ein Generalverdacht gegenüber einem großen Teil der Opposition. Sie schreiben selbst, dass vieles schwer zu unterscheiden sei, etwa Parolen in Videos. Gerade dann sollte man keinen Manipulationsverdacht äußern, ohne belastbare Belege zu liefern.
Zweitens ist „Weder Mullah noch Schah“ als Prinzip nachvollziehbar. Daraus folgt aber nicht, dass jede Unterstützung für Reza Pahlavi automatisch Monarchismus oder Autoritarismus bedeutet. Viele sehen in ihm eine Galionsfigur und einen Katalysator für den Übergang, nicht einen künftigen König.
Drittens warnen Sie vor Polarisierung, vertiefen sie aber zugleich. Die Proteste im Iran sind plural. Wer einzelne Slogans oder Diaspora Debatten zur Hauptgefahr erklärt, verschiebt den Fokus weg vom Kern, nämlich vom repressiven System und von den Menschen, die dort unter Lebensgefahr kämpfen.
zum Beitrag