: Die letzte Panda
Zoowärter will mit seiner Bärenliebe gehen
Endlich wieder eine Bärenmeldung, hallte es durch die herbststillen Bambushaine der Wahrheit, als uns aus dem heißblütigen Chapultepec, dem „Zoo in der urbanen Waldoase von Mexiko-Stadt“, zuerst die romantische Depesche von AP und dann tiefste Rührung übermannte. „Ein Zoowärter in Mexiko betreut Lateinamerikas letzten Panda“, lasen wir mit tränenfeuchten Augen. „Schon seit 25 Jahren“ sorgt der immerhin 60-jährige Zoowärter Joel Frías im mexikanischen Refugium für „die Panda-Dame Xin Xin“, die mit ihren 35 Bärenjahren bereits als Pandagreisin gelten muss. „Sie ist so etwas wie die Liebe seines Lebens“, tremolierte sich AP in den Gefühlsrausch und ließ von Frías, dem Mann für gewisse Bärendienste, ausrichten: „Wenn sie geht, wird auch er Abschied vom Zoo nehmen“. Ob es nach Sr. Bonnie und La Petz eine weitere Liebesgeschichte im Zoo von Mexiko geben wird, ist unklar. Zum einen sind Bambusbären in Herzensdingen äußerst verhalten, zum anderen ruft Chinas Pandaverleih extrem unromantische Preise auf. Wenn nicht „eine Million US-Dollar“ aufgebracht wird, bleibt Chapultepecs Xin Xin die vorerst letzte Panda-Latina.
Gemeinsam für freie Presse
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen