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Unglück in Dosen

Vor dem Champions-League-Duell gegen Inter Mailand kämpft Gladbach wieder mit der Vergangenheit

Am Mittwoch beginnt für Borussia Mönchengladbach in Mailand die Champions-League-Saison. Es darf also wieder von einer großen Zukunft geträumt werden. Das Problem ist nur: die Gladbacher werden dieser Tage von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt. Denn erster Gegner ist Inter Mailand und alle reden wieder über dieses eine Spiel, das am Dienstag vor 49 Jahren stattfand.

In einer furiosen Partie demütigte Gladbach im eigenen Stadion am 20. Oktober 1971 im Europapokal-Hinspiel Inter mit einem 7:1-Erfolg. Das Ergebnis wurde allerdings nicht gewertet, weil beim Stand von 2:1 Inter-Profi Roberto Boninsegna von einer leeren Cola-Dose getroffen wurde, zu Boden sackte und ausgewechselt wurde. Die Partie wurde neu angesetzt und endete in Berlin torlos. Mailand gewann wiederum vor eigenem Publikum 4:2 und kam eine Runde weiter. Die Wunden sind bis heute noch nicht vernarbt.

Gladbachs Vizepräsident Rainer Bonhof ist nach wie vor von einer Schauspieleinlage Boninsegnas überzeugt und erklärte diese Woche: „Das war damals eine Riesen-Unverschämtheit, und das werde ich auch nie verzeihen.“

Der Beschuldigte selbst, mittlerweile 76 Jahre alt, ist ebenfalls bis heute nicht von seiner Darstellung abgerückt. Am Montag erzählte Boninsegna dem Sport-Informations-Dienst: „Ich erinnere mich genau an diesen Moment. Ich war auf dem Weg, um einen Einwurf auszuführen, als ich einen Schlag verspürte.“

Am Mittwoch wäre ein Gladbacher Sieg – egal in welcher Höhe – bereits ein kleines Wunder. Individuell ist Inter deutlich prominenter besetzt. Bonhof fordert: „Wir müssen so spielen, dass die anschließend auch ein paar Namen von uns sehr gut kennen.“ In diesem Falle würde man vielleicht auch nicht mehr so oft über diese Büchse sprechen. (taz, dpa)

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