specht der woche: Die Menschen haben Angst
Christian Specht, Jahrgang 1969, ist politisch engagiert und setzt sich für mehr Mitwirkungsmöglichkeiten von Menschen mit Beeinträchtigung in den Medien ein. Seit 2017 ist er der erste Mensch mit Beeinträchtigung im Vorstand der Lebenshilfe. Wenn er möchte, zeichnet er uns den „Specht der Woche“
Es geht um Halle. Da gab es letztes Jahr einen Anschlag auf die jüdische Gemeinde. Ich habe die Tür gemalt, die die Gemeinde geschützt hat. Was wäre passiert, wenn die Person, die den Anschlag gemacht hat, die Tür aufbekommen hätte? Was wäre dann gewesen?
Wenn jüdische Gemeinden geschützt werden müssen und sich die Menschen aus den Gemeinden nicht frei bewegen können, dann ist das sehr schlimm für diese Menschen. Die Menschen haben Angst. Es wäre aber viel besser, wenn alle diese Leute keine Angst haben müssten.
Ich finde es schlimm, dass solche Einrichtungen geschützt werden müssen. Stell dir mal vor, vor unserer Tür in der taz würde die Polizei stehen und wir könnten nicht mehr so einfach rein- und rausgehen. Warum machen solche Leute immer wieder Anschläge auf jüdische Gemeinden? Ich verstehe das nicht. Ich glaube, weil Sie die Juden hassen. Aber die Menschen gehören doch auch zu unserer Gesellschaft. Protokoll: eaz
Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen