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südwesterBöses Omen

Mit dem Omen ist es wie mit Hefeteig: Erst ist er klein und handlich. Dann stellt man ihn ins Warme, und er wächst und wächst – bis er eine Riesenkugel ist, die, falls nicht verarbeitet, dauernd im Weg rumliegt. So muss es auch mit der Omenhaftigkeit der „Lübecker Bibel“ von 1533 gewesen sein. 2014 hatte ein – bis heute ungenannter – Hells Angel sie in der niedersächsischen Wingst geklaut, um Spielschulden zu bezahlen. Und dann lag sie da, schrie jeden Tag „ich bin ein böses Omen“, bis er es nicht mehr aushielt und sie zurückgab. Gestern feierte die Gemeinde die Wiederkehr der Bibel. Vielleicht auch des Diebes Läuterung, denn als Hells Angel war er ja selbst oft böses Omen. So ein Sensibelchen aber auch! Tritt wohl morgen einer Erweckungs-Gemeinde bei, wo sie noch in Zungen reden oder so.

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