meinungsstark:
Putzige Chips und Apps
„App in die Zukunft“, taz vom 4. 9. 19
Lieber Herr Kreienbrink, süßliche Satire zu „betreutem Denken“! Aber alles viel zu harmlos – ich wage die Prognose, dass Chips unter der Haut in unseren Breiten schon 2035 zum Standard werden – vielleicht in drei Versionen:
a) mit Befreiung von Sozialabgaben, aber dafür mit süßem Gift, das ab 55 anfängt zu wirken; b) mit einer ÖPNV-Flatrate, die nur aktiv bleibt, wenn man viermal im Jahr Blut spenden geht; c) mit Streaming-Flatrate, die nur funktioniert, wenn man sich als OrganspenderIn registrieren lässt, und stoppt, sobald Übermengen an Genussmitteln im Körper gemessen werden. Wie viele Dienste für wie viele Gewebeteile klärt dann sicherlich eine putzig gestaltete „App in die Zukunft“.
Ach ja: Wer sich keinen Chip implantieren lässt, bekommt keinen Zugang zu den „sozialen Netzwerken“, wird vom ÖPNV gegen Bezahlung befördert, muss mit eigenem Fahrrad fahren – und darf die taz erst zwei Tage nach Erscheinen als unsortierten Podcast hören! Constanze Spranger, Obergrombach
Der E-Scooter hat keine Zukunft
„Ehrenrettung für den Elektrotretroller“, taz vom 30. 8. 19
Ich habe in Helsinki einen E-Scooter benutzt und bin jetzt davon überzeugt, dass er keine Zukunft hat. Außer als Spielzeug für Tourist/innen, die nicht aufs Geld schauen. Ich musste erst mal den Scooter finden. Erst der zweite war geladen. Dann bin ich 7 Minuten gefahren und habe dafür 3,10 Euro bezahlt. Die Straßenbahn hätte 2,40 Euro gekostet, und der Weg zur Haltestelle war nicht weiter als zum nächsten funktionierenden Scooter. Wenn der öffentliche Verkehr eine coole App hätte, die genauso leicht die Info verfügbar macht, wo ich einsteigen und aussteigen kann, gäbe es keinen Grund für E-Scooter. E-Scooter stehen nur in der City, wo auch die Öffis sind. Maßlos überschätzt. Thomas Hardwig, Göttingen
Im Gespräch mit „Ostlern“ bleiben
„Noch ist nicht ganz Schluss“, taz vom 30. 8. 19
„Am Mittwoch packen wir zusammen“, schreibt ihr. Warum nicht bleiben und „den Osten“ wirklich kennenlernen? Vor Ort und nicht aus der Zentrale, unter Leuten und nicht aus der Redaktion, im Gespräch mit „Ostlern“ und nicht mit Abhandlungen über sie?! Ernst Claussen, Rhauderfehn
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