DER RECHTE RANDWAS MAN ÜBER NSU-UNTERSTÜTZER HOLGER G. WUSSTE

Mann mit Kontakten

Holger G. gilt als Unterstützer des Trios „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU), er ist einer der Hauptbelastungszeugen gegen den NSU-Helfer Ralf Wohlleben. Im niedersächsischen Landtag hat gestern zu Beginn der Landtagssitzung Innenminister Uwe Schünemann (CDU) gesagt, Holger G. hätte Kontakte zu der Nazigruppe „Besseres Hannover“ gehabt. Am Mittwoch hatte Schünemann den Verein mit rund 40 Mitgliedern verboten. Zu zwei Personen aus der Szene, die später „Besseres Hannover“ gründeten, hatte Holger G. Beziehungen, so der Innenminister.

Am 13. November 2011 hatte des Innenministerium noch einräumen müssen, keine aktuellen Erkenntnisse über Holger G. zu haben. An diesem Tag nahm die Polizei Holger G. in seiner Wohnung in Lauenau nahe Hannover fest. Der Verfassungsschutz schien den Unterstützer des NSU, der bis Mai 2011 dem Trio mit Pässen half, nicht wirklich wahrgenommen zu haben.

Behördenchef Hans-Werner Wargel sagte damals: „Wir haben keine personenbezogenen Akten über ihn geführt. Wir haben seinen Namen aber im Keller in alten Papierakten über die rechtsextreme Szene gefunden.“

Nach seinen Wegzug von Jena hatte sich Holger G. zuerst der „Kameradschaft 77“ und später den „Freien Nationalisten Hannover“ angeschlossen. Aus den Kameradschaften kamen später einzelne Aktivisten zu „Besseres Hannover“. Der Verfassungsschutz stufte Holger G. jedoch als Mitläufer ein. Auf Facebook war Holger G., der dem NSU-Trio auch eine Waffe und Geld übergab, jedoch noch mit Personen, die dem „Besseren Hannover“ zugerechnet werden, „befreundet“.

Über die Rolle von Holger G. wollen die niedersächsischen Grünen endlich mehr erfahren. Der grüne Landtagsabgeordnete Helge Limburg sagte der taz: „Gerade zu diesem Punkt werde ich eine Ausschussunterrichtung beantragen.“

Hinweis: ANDREAS SPEIT arbeitet als freier Journalist und Autor über die rechte Szene nicht nur in Norddeutschland