piwik no script img

taz🐾sachenZeitung ganz handgemacht

Spontis spielten gerne. Und Spontis, also undogmatische, anarchistische Linke, waren es, die sich im Frühsommer 1978 zusammenrotteten, um eine linke, radikale Tageszeitung zu gründen. Damit mögliche Unterstützer eine Idee bekämen, wie das aussehen könnte, produzierte die Berliner taz-Initiative am 7. Juni 1978 eine „Spielnummer“. Eine multifunktionale Rolle spielte dabei die Studentin Ute Scheub, die nicht nur Texte schrieb, sondern auch Karikaturen zeichnete und das Layout zusammenklebte.

Die Ausgabe hieß schon damals ganz seriös „Die Tageszeitung“, aber die Spielnummer war parteilich, nix da mit objektivem bürgerlichen Journalismus. „Bundesinnenminister Maihofer ist endlich zurückgetreten“, lautete der erste Satz des Aufmachers. Über die DKP in Niedersachsen hieß es: „Von der Bedeutungslosigkeit ins Nichts.“ Politische Subjekte wurden relativ direkt angesprochen: „Witwen werdet wütend.“ Die Ausgabe wurde ein Dutzend Mal fotokopiert. Das war’s.

Die West-Berliner taz-Initiative war mit rund 30 Mitwirkenden die größte von über 20 Gruppen von Freiburg bis Kiel. Michael Sontheimer

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen