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KINDL – Zentrum für Zeitgenössische KunstNach außen gekehrte Verletzung: Asta Grötings „Berlin Fassaden“

Asta Gröting, „Berlin Fassaden“, 2016, Installationsansicht Foto: Jens Ziehe; © Asta Gröting/VG-Bild Kunst, Bonn 2017

Die Einschreibung von Erinnerung in die skulpturale Form – der Bildhauerin Asta Gröting gelingt dies in ihrem Werk immer wieder auf eindringliche Weise. Die Serie „Space Between a Family“ konzentrierte sich zum Beispiel auf figurative, menschliche Züge, Gröting ließ die Abdrücke von Familienmitglieder als Negativformen in Erscheinung treten. Hohl- und Zwischenräume, Furchen und Abdrücke fügen sich in Grötings Verfahrensweise zu sichtbaren Leerstellen zusammen, nur um das Unterbewusste gleichzeitig mit Empfindungen zu überfrachten. Die neue Werk­reihe „Berlinfassaden“ knüpft an ihre ebenso zentrale Beschäftigung mit Dingen, Werkzeugen und Maschinen an und erweitert sie ins Architektonische. Großformatige in Silikon abgegossene Mauerteile aus dem Berliner Stadtbild thronen im KINDL-Zentrum an den Wänden und auf dem Boden. Sie alle tragen Einschusslöcher aus dem Zweiten Weltkrieg in sich. Auch diese sind in der Negativform festgehalten, die Löcher stülpen sich nach außen, der Welt entgegen. Schwarzer und roter Staub überzieht sie, das Silikon hat den Schmutz der Wände aufgenommen und trägt die Überreste der Vergangenheit mitten in die Gräben der Gegenwart. NYM

Bis 3. 12., Mi.–So., 12–18 Uhr, Maschinenhaus (M0.), Am Sudhaus 3

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