Galerie Nordenhake: Ruhe im Karton! Stahl aus rostigem Trotz
Der zusammengequetschte Müllschluckerschacht, den Meuser auf einem Schrottplatz aufgelesen hat, wölbt sich trotzig von der Wand. Jetzt ist er selbst zermalmt, oben noch etwas offen, aber seiner Funktion enthoben – und hängt hier so rum. Er heißt „Motzkiste“ (2016) und ist sicherlich verwandt mit „Mümmelkiste“ (2017), einem rostfarbenen Stahlüberbleibsel mit Luft im Bauch, oben wie eine Zahnpastatube aufgerollt. Der Rost ist vermutlich hinzugefügter Ölfarbe geschuldet und gar keine Patina. Was Meuser aufgabelt, versieht er mit minimalistischen Beigaben, die die Eigenpräsenz der gefundenen Objekte unterstreichen. Einige erscheinen so eher wie aufgesprengte Pappkisten. Ihren stählernen Kern halten sie verdeckt. Meuser wohnt zwar noch nicht auf den Abwurfstätten, aus denen sich sein Werk speist, fragt aber per Ausstellungstitel in belustigtem Ton, „Kann ich mich hier auch selbst einweisen?“. Seine Stahlriesen jedenfalls rotten sich in der Galerie Nordenhake schon mal zusammen und proben den Ausbruch: „Oben raus, hinten rüber“. NYM
Bis 22. 4., Di.–Sa., 11–18 Uhr, Lindenstraße 34
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