Kommentar Schließung Berendsen: Sparen kommt am Ende teuer

Noch vor zehn Jahren arbeiteten an der Glückstädter Stadtstraße mehr als 800 Menschen - am 1. Oktober soll nun endgültig Schluss sein.

Es ist schon bitter, wenn man das Schicksal der Berendsen-Belegschaft genauer beleuchtet. Noch vor zehn Jahren arbeiteten an der Glückstädter Stadtstraße mehr als 800 Menschen - am 1. Oktober soll nun endgültig Schluss sein.

Dabei hat sich die Belegschaft stets tapfer geschlagen. Galt es, Opfer zu bringen, um das Gros der Jobs längerfristig zu retten, waren die Berendsen-Beschäftigten zu Opfern bereit - mochten die auch schmerzlich sein. Galt es, um die Jobs zu kämpfen, hat die Belegschaft stets an der Seite der IG Metall gestanden. Dadurch konnte in den letzten Jahren mehr als einmal verhindert werden, dass der Betrieb durch die Profitgier des Mutterkonzerns geschlossen wird. Doch nun ist es ausgerechnet die neoliberale schwarz-gelbe Landesregierung, die dem Traditionsbetrieb den Garaus macht, um ein paar Euro bei der Reinigung der Klinikwäsche in Lübeck und Kiel zu sparen.

Langfristig wird es jedoch ein teures Geschäft. Denn in der strukturschwachen Gegend dürften die Berendsen-Mitarbeiter wenig Chancen haben, einen neuen Job zu finden. Spätestens ab 2012 dürften sie der Kommune als Hartz IV-Empfänger auf der Tasche liegen. Aber das scheint einer verfassungswidrig gewählten Kieler Landesregierung egal zu sein - die mit den Neuwahlen ohnehin nicht mehr lang im Amt sein dürfte.

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Jahrgang 1956, Seit 1983 bei der taz – zuerst bei der taz.hamburg und jetzt bei der taz.nord in Hamburg. Ressorts: Polizei, Justiz, Betrieb und Gewerkschaft. Schwerpunkte: Repression, progressive Bewegungen und Widerstand gegen Gentrifizierung

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