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Unterm Strich

Schon wieder ein Erbstreit als Fortsetzungsfall. Fast 50 Jahre nach dem Tod von Kurt Schwitters (1887 bis 1948) geht der endlose Streit um den künstlerischen Nachlaß des deutschen Dadaisten in die nächste Runde. Nachdem im Dezember Ernst Schwitters, der Sohn des Multikünstlers aus Hannover, in Oslo im Alter von 78 Jahren gestorben ist, streitet nun dessen Witwe Lola mit der Londoner Marlborough-Galerie vor Gericht um die Verkaufsrechte an Arbeiten des Malers. Gleichzeitig verlangt die norwegische Steuerbehörde von den in Bärum bei Oslo lebenden Erben Nachzahlungen in Millionenhöhe, nachdem die Behörden den geschätzten Wert von 600 Schwitters-Arbeiten in Familienbesitz von umgerechnet 305.000 auf 24,7 Millionen Mark hochgeschraubt haben.

Rund 200 Künstler sind in der Nacht zum Donnerstag von Paris in die südfranzösische Stadt Toulon gereist, um das von der Auflösung bedrohte Theatre national de la danse und de l'image von Chateauvallon zu unterstützen. Der „Zug für die Freiheit“, in dem unter anderen der Regisseur Bertrand Tavernier und ein Teil des Ensembles des Theatre de Soleil saßen, wurde von rund 2.000 Demonstranten begrüßt. Anlaß der Protestkundgebung war ein Gerichtstermin, bei dem der rechtsextreme Bürgermeister von Toulon, Jean-Marie Le Chevallier, die Schließung des Theaters erzwingen wollte. Das Gericht vertagte sich allerdings auf den 27. März.

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