Georg Ludwig Laves, Hofbaumeister

Der Stadt- und Schlossplaner

GEORG LUDWIG LAVES, 1788 bis 1864, kannte sich als Hofarchitekt in Hannover gut mit Fassaden aus. FOTO: ARCHIV

Mal nachschauen, was die Location-Scouts von der Filmförderung über Hannover als Drehort sagen. „Die 1816 einsetzende Bauperiode wurde wesentlich von den klassizistischen Entwürfen Georg Ludwig Friedrich Laves geprägt“, heißt es da. Man darf es aber ruhig ein bisschen höher hängen: Georg Ludwig Laves war ab 1816 Hofbaumeister in Hannover, sein Auftrag war, das Städtchen an der Leine zu einer königlichen Residenzstadt auszubauen. Er gilt als einer der Top-Vertreter des Klassizismus und war für Hannover das, was Karl Friedrich Schinkel für Berlin und Leo von Klenze für München war.

Außerdem leitete Laves die Entwicklung Hannovers zu einer modernen Großstadt ein – durch eine deutliche Erweiterung des Stadtgebiets und die Anbindung Hannovers an das Eisenbahnnetz. Er konzipierte unter anderem die Waterloosäule und baute das Opernhaus. Zudem gestaltete er das Schloss Herrenhausen im Stil des Klassizismus um. Was momentan eine nicht ganz neue Debatte in Hannover wieder aufleben lässt.

Seit 1943 nämlich steht vom Schloss nur noch der Rest einer Freitreppe. Nun will die „Haus & Grund Bürgerstiftung“ das Schloss nach den Plänen von Laves wieder aufbauen und so „die Stadt aus der Mittelmäßigkeit holen“, sagt Rainer Beckmann von der Bürgerstiftung. Veranschlagt für den Wiederaufbau werden zehn Millionen Euro, die die Stiftung mit Hilfe der Bevölkerung aufbringen will. Wie beim Schloss in Braunschweig soll nur die Fassade im ursprünglichen Stil gestaltet werden, innen plant man moderne Räume.

In der Fachwelt treffen diese Pläne nicht nur auf Zustimmung. Die niedersächsische Architektenkammer wünscht sich vielmehr einen modernen Neubau und denkt mit Schaudern an das Schloss in Braunschweig, wo hinter der barocken Fassade unter anderem ein Einkaufszentrum einziehen wird: „Das hat mit Baukultur nichts mehr zu tun“, sagt Architektenkammer-Vorstandsmitglied Lothar Tabery.

Ende März will die Bürgerstiftung ihre Pläne vorstellen. Laves hört dann von nebenan zu: Sein Grab steht noch. Er liegt auf dem hannoverschen Stadtfriedhof Engesohde. Klaus Irler