NEUE AUSSTELLUNG IN HAMBURG : Eine Stunde taub und stumm
Die Welt tauber Menschen entdecken können Hörende demnächst in der Hamburger Speicherstadt. Beim Betreten der Ausstellung „Dialog im Stillen“ erhalten sie einen schalldichten Kopfhörer und „ertauben“ dadurch. Geführt von gehörlosen Begleitern, ist ihnen eine Stunde lang Verständigung nur mimisch und gestisch möglich. Eröffnet wird der Parcours am 1. Oktober.
Das Konzept gleicht dem „Dialog im Dunkeln“ im selben Haus, bei dem blinde Menschen die Besucher führen. „Alle Menschen haben Potenziale“, so Geschäftsführer und Gründer Andreas Heinecke. Sie müssten nur entdeckt werden. Erprobt hat Heinecke den „Dialog im Stillen“ in Israel. Öffentliche Zuschüsse erhalte er nicht.
Ulrich Hase zufolge, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Hörgeschädigte, wächst das Verständnis für die Belange von Behinderten nicht durch das Lesen von Broschüren, sondern durch eigene Erfahrungen. (epd/taz)