die taz vor 10 jahren über die nazi-elitetruppe „legion condor“ und keine straßenumbenennung

60 Jahre nach den Verbrechen der deutschen „Legion Condor“ im Spanischen Bürgerkrieg verhindert die CDU in Zehlendorf das Erinnern daran: Eine Gedenktafel an der Spanischen Allee, die auf die Straßenbenennung zu Ehren der „Legion Condor“ durch die Nazis hinweisen sollte, wird es nicht geben. Mit den Stimmen der CDU wies der Bildungs- und Kulturausschuß der BVV den Antrag von SPD, Grünen und der Wählergemeinschaft Unabhängiger Bürger (WUB) zurück, ein solches Schild aufzustellen.

Die Zehlendorfer, ist sich Bezirksbürgermeister Klaus Eichstädt (CDU) sicher, würden ihre Straßennamen heute nur noch geographisch empfinden und nicht danach fragen, warum ihre Straße so heiße. „Gerade deshalb ist es notwendig, auf die besondere Geschichte des Namens Spanische Allee hinzuweisen“, hält Helmut Frank, Fraktionsvorsitzender der WUB, dagegen.

Heute vor 60 Jahren, 26. April 1937: Die Legion Condor, eine Elitetruppe der Nazis, bombardiert das baskische Städtchen Gernika (spanisch: Guernica). In einer Dreiviertelstunde ist Gernika dem Erdboden gleichgemacht; 1.645 Einwohner sind ums Leben gekommen; und Hitler, der 4.500 Mann zur Unterstützung der franquistischen Truppen nach Spanien geschickte hatte, frohlockt: „Ihr seid zurückgekehrt als die tapferen Vollstrecker meines Auftrags.“ Als Dank empfängt er die Legion Condor am 6. Juni 1939 mit einer Parade in Berlin. Bereits am 5. Juni 1939 hat er zur bleibenden Erinnerung die Zehlendorfer Wannseestraße in Spanische Allee umbenennen lassen.Jens Rübsam, taz vom 26. 4. 1997