ABHÖRAFFÄRE IN DER TÜRKEI

Festnahmen und Razzien

ISTANBUL | In der Türkei sind erneut Dutzende Verdächtige unter dem Vorwurf regierungsfeindlicher Aktivitäten festgenommen worden. Ihnen werde vorgeworfen, in illegale Abhöraktionen gegen den damaligen Ministerpräsidenten und heutigen Staatschef Recep Tayyip Erdogan verwickelt gewesen zu sein, berichteten türkische Medien am Mittwoch. Die Nachrichtenagentur Anadolu meldete, die Staatsanwaltschaft in Ankara habe Haftbefehle für 54 Verdächtige erlassen. Von ihnen seien 40 bereits festgenommen worden. Razzien gab es laut Berichten im Morgengrauen außer in der Hauptstadt in 19 weiteren Städten, darunter im mehrheitlich kurdischen Diyarbakir.

Seit Juli 2014 wurden im Zusammenhang mit der Affäre bereits mehrere Dutzend Polizisten festgenommen. Einige ranghohe Beamte wurden unter anderem wegen Spionage und Bildung einer kriminellen Vereinigung angeklagt. Den Festgenommenen wird zur Last gelegt, als Anhänger des islamistischen Predigers Fethullah Gülen parallele Strukturen im Staatsapparat gebildet und den Sturz der Regierung angestrebt zu haben. (afp)