DEUTSCHER STÄDTETAG

„Kein Problem mit dem Kirchenasyl“

BERLIN Der Präsident des Deutschen Städtetags, Ulrich Maly, hat kein Problem mit dem Kirchenasyl. Für ihn sei das ein Stück „Gegen-den-Strich-Bürsten“, gegen ein „durch und durch geregeltes Ausländerrecht“, was sich die Kirchen auch erlauben sollten, sagte der Nürnberger Oberbürgermeister am Donnerstag in Berlin. Das Kirchenasyl greife in besonderen Grenzfällen. Hier sollte es aus seiner Sicht keine gesetzliche Regelung geben. Zwischen Bundesregierung und Kirchen schwelt seit Wochen eine Debatte um das Kirchenasyl. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte Anfang Februar vor einem Missbrauch gewarnt und hinzugefügt, dass auch Muslime nicht argumentieren dürften, dass für sie die Scharia über deutschen Gesetzen stehe. Vertreter der beiden großen Kirchen verteidigten das Kirchenasyl. Im Februar soll es in Deutschland 226 Kirchenasyle gegeben haben, mit 411 Personen, darunter 125 Kinder. (kna)