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Archiv-Artikel

Anklage gegen mutmaßlichen Brandstifter

BRANDANSCHLAG AUF FLÜCHTLINGSHEIM Der 38-Jährige aus Escheburg wird sich vor Gericht verantworten müssen

Der Mann äußerte sich schon vor dem Anschlag aggressiv über das geplante Heim

Knapp zwei Wochen nach der Festnahme des mutmaßlichen Brandstifters von Escheburg hat die Lübecker Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 38-Jährigen erhoben. Dem Mann wird vorgeworfen, am 9. Februar einen Kanister mit brennbarer Flüssigkeit in ein Haus geworfen zu haben, in das am nächsten Tag irakische Flüchtlinge einziehen sollten. Das teilte die Behörde am Montag mit.

Mit der Tat habe der Beschuldigte verhindern wollen, dass in seiner unmittelbaren Nachbarschaft Flüchtlinge untergebracht werden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am gestrigen Montag.

Der 38 Jahre alte Finanzbeamte hat den Angaben zufolge bei der Polizei und vor dem Haftrichter gestanden, durch ein beschädigtes Fenster im Erdgeschoss Pinselreiniger aus einem Kanister in das Gebäude gekippt zu haben. Dann habe er den Kanister hinterhergeworfen und die Flüssigkeit mit einem Streichholz angezündet. Dadurch gerieten eine Jalousie und Teile des Fußbodens in Brand – das Haus wurde unbewohnbar. Der Mann ist auf freiem Fuß. Ein Richter hatte den Haftbefehl gegen ihn unter Auflagen außer Vollzug gesetzt.

Wie die Lübecker Nachrichten berichteten, hatte sich der Mann bereits vor dem Anschlag aggressiv gegen die geplante Flüchtlingsunterkunft geäußert.

Der Anschlag in der 3.500-Einwohner-Gemeinde im Kreis Herzogtum Lauenburg hatte für Aufregung gesorgt. Anwohner hatten unter anderem eine mangelnde Information durch die Gemeinde kritisiert. Doch bereits vor dem Anschlag hatte es Proteste aus der Nachbarschaft gegeben. Die Verwaltungschefin des Amtes, Brigitte Mirow, berichtete, dass 15 Anwohner in ihr Büro gestürmt seien.  (dpa)