: Kohl hält sich zurück
■ Belangloses Gespräch zwischen Kohl und Breit
Das Interessanteste an dem Gespräch zwischen Bundeskanzler Kohl und DGB–Chef Ernst Breit ist das, was nicht zu vermelden ist: Der Kanzler ist im Vorfeld der diesjährigen Tarifauseinandersetzung um die 35 Stunden als „dumm und töricht“ abqualifiziert. Der Kanzler und mit ihm die gesamte Regierungskoalition - bis auf die paar versprengten CDU–Sozialausschüßler - sind auch heute noch dieser Meinung. Doch Verlauf und Ergebnis des Arbeitskampfes von 1984 haben die Regierungspolitiker offenbar gelehrt, die Durchsetzungsfähigkeit der Gewerkschaften nicht zu unterschätzen. Auch den Strategen des Konrad–Adenauer–Hauses dürfte nicht entgangen sein, daß Arbeitszeitverkürzung inzwischen populär ist. Noch in der letzten Legislaturperiode hat die Koalition mit der Veränderung des § 116 Arbeitsförderungsgesetz d dieses Kalkül aufgeht. Wenn nicht, wird es nicht lange dauern, bis sich Helmut Kohl oder Norbert Blüm in die Auseinandersetzung einmischen, um den „sozialen Frieden“ zu retten. Martin Kempe
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