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Haitis Klerus empört

■ Katholiken und Protestanten verurteilen die Wahlfarce Lateinamerikanische Christdemokraten erkennen sie an

Port–au–Prince (ap/taz) - Auf einer Kundgebung in Port–au– Prince haben am Samstag die katholische Kirche und der protestantische Bund des Landes die Wahlen verurteilt, die die Militärjunta am 17.Januar abhalten ließ. Mehr als 2.500 Menschen nahmen an der Kundgebung teil, darunter der Oppositionspolitiker Louis Dejoie, der tags zuvor nach zweitägiger Haft freigelassen worden war. Unter dem Beifall der Menge verlas Weihbischof Joseph Lafontant eine von zehn haitianischen Bischöfen unterzeichnete Erklärung, in der die Wahlen kritisiert wurden. Der Weihbischof nannte Manipulationen wie die mehrfache Stimmabgabe, die Beteiligung von Kindern, geistig Behinderten und Analphabeten, die nicht in der Lage gewesen seien, die Stimmzettel zu lesen. In ähnlichem Sinne sprach einer der Führer des Protestantischen Bundes, Pastor Pauris Jean–Baptiste. Im Ausland zeichnet sich demgegenüber ein deutlicher Trend in Richtung Anerkennung der von den Militärs abhängigen Marionettenregierung ab. Nach nur lauwarmer Kritik der USA und Beifall aus Jamaica ließ nun die lateinamerikanische Sektion der christdemokratischen Internationale erklären, der Urnengang habe zwei wesentliche Voraussetzungen erfüllt: er sei gewaltlos verlaufen und der Wählerwille sei respektiert worden. Der Sieger, Leslie Manigat, der während der Duvalier–Diktatur im Exil in Venezuela gelebt hatte, sei ein „vertrauenswürdiger Demokrat“, sagte der Generalsekretär Hilarion Cardozo.

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