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Steffen Wernery vom „CCC“ ist frei

Hamburg (taz) - Der 26jährige Steffen Wernery, Fachjournalist für Computer und Vorstandsmitglied des „Chaos Computer Club“ (CCC), ist seit gestern wieder in Hamburg. Nach einem Haftprüfungstermin am Donnerstag nachmittag wurde er gestern morgen aus der Zelle 15 der Pariser Untersuchungshaft entlassen, die er seit dem 16. März unfreiwillig bewohnt hatte. Aufgrund einer Strafanzeige des Philipps–Konzerns war er seinerzeit auf dem Weg zu einem Datenschutzkongreß in Paris wegen Verdachts auf Datenspionage festgenommen worden. Der Vorwurf beruhte anscheinend auf dem vom CCC im vergangenen September bekanntgemachten „NASA–Hack“, bei dem eine Gruuppe unbekannter Hacker insgesamt 135 Rechner der gleichen Systemart wie bei Philipps „geknackt“ hatten. Nach alter griechischer Tradition, den Boten schlechter Nachrichten umzubringen, machten sowohl die deutschen als auch die französischen Ermittler den „Chaos Computer Club“ und an seiner Spitze Steffen Wernery für den spektakulären Coup verantwortlich. Nachdem der Computerfreak glaubhaft versicherte, als BTX–Spezialist könne er mit Computern wie bei Philipps gar nicht umgehen, warfen sie ihm statt dessen Anstiftung und Mitwisserschaft vor. Doch mit seiner Freilassung sind seine Chancen, vielleicht gar ohne Prozeß davonzukommen, gestiegen. Seine Pariser Anwältin, Eva Sterzing, äußerte sich zuversichtlich, daß die französischen Ermittlungen bald ihr Ende finden. „Ich gehe davon aus, daß das hier eingestellt wird, da ich nichts gemacht habe“, sagte auch Wernery selbst gegenüber dpa. Er rechne damit, daß die Hamburger Staatsanwaltschaft ebenfalls das Verfahren einstellt. Eine Pressekonferenz des Freigelassenen am späten Nachmittag begann leider erst nach Redaktionsschluß. Ute Scheub INTERVIEW

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