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Mordsee streßt Fische zu Tode

■ Forschungsschiff untersuchte Fischbestände in der deutschen Bucht / Ergebnis: Fischbestand geht zurück / Gefangene Fische zappeln nicht mehr, sondern sterben gleich

Das Fischereiforschungsschiff Walther Herwig hat in der Deutschen Bucht nordwestlich von Helgoland Fische entdeckt, die einen „sehr gestreßten Eindruck“ machten. Das teilte der Fischereibiologe Siegfried Ehrich von der Bundesforschungsanstalt für Fischerei in Hamburg am Montag mit. Die Walther Herwig hatte in einem zehn mal zehn Seemeilen großen Nordsee-Gebiet mit einer „streifigen Algenkonzentration“ an der Oberfläche an drei Tagen insgesamt 35 Probefänge unternommen. Zwei der Fänge hätten „sehr bedenkliche“ Befunde er

geben.

Die Vitalität der gefangenen Fische - vor allem Wittlinge und Holzmakrelen - war nach den Angaben Ehrichs stark herabgesetzt. Die Tiere, die normalerweise nach dem Fang noch zappelten, seien sofort gestorben. Ob die Fische durch die Algenkonzentration oder durch die Verklappung von Dünnsäure geschädigt seien, sei noch unklar. Allgemeinaussagen über den Zustand der Deutschen Bucht können allerdings nach Angaben des Wissenschaftlers aus diesen beiden Fängen nicht gemacht werden.

Ehrich war als Fahrtleiter mit der Walther Herwig fünf Wochen lang zur Untersuchung der Fischbestände in der mittleren und nördlichen Nordsee unterwegs. Nach einer vorläufigen Auswertung der Fangproben schienen die Bestände an Kabeljau und Schellfisch im Vergleich zum Vorjahr weiter abgenommen zu haben. Die Heringsfänge in der nördlichen Nordsee, so ermittelten die Experten, seien weiterhin gut gewesen. Die Reise des Forschungsschiffes endete am Montag in Bremerhaven.

dpa

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