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Münchner Trinkwasser bedroht

München (taz) - Jahrelang sickerte auf dem Gelände der US -Kaserne in Garmisch-Partenkirchen aus zwei undichten Tanks Diesel und Benzin ins Erdreich. Die Rundbehälter, die seit den 40er Jahren unter der Kaserentankstelle lagen, enthielten insgesamt rund 60.000 Liter. Obwohl das Ganze bereits vor einem halben Jahr beim Abbruch der Tankstelle entdeckt wurde und von den Fachleuten nicht ausgeschlossen wird, daß das Grundwasser in 30 Metern bereits verseucht ist, begann man erst jetzt mit genaueren Untersuchungen.

Nur 1.000 Meter von den durchgerosteten tropfenden Tanks entfernt liegt das Wassereinzugsgebiet Tegernau und talabwärts die Münchner Trinkwasserversorgung. Pro Jahr werden von hier aus etwa 70 Millionen Kubikmeter Trinkwasser nach München gefördert.

Verschleppt wurden die Untersuchungen vom Finanzbauamt München II, das sich zunächst weigerte, die notwendigen Probebohrungen und anschließende Analysen zu finanzieren. Erst nach massivem Druck aus dem Landratsamt Garmisch war man zur Zahlung bereit. Der grüne Landtagsabgeordnete und Chemieprofessor Armin Weiß hält es angesichts der drohenden Verseuchung des Trinkwassers für notwendig, daß sofort unterhalb des verseuchten Erdreichs und oberhalb des Grundwassers Lösungen injiziert werden, die die Durchlässigkeit verringern. In einem Dringlichkeitsantrag verlangt er von der bayerischen Staatsregierung Aufklärung über das Ausmaß der Verseuchung.

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