: „Was Ihr wollt“
■ Nadschibullah bietet Rebellenführern Waffenstillstand an
Neu Delhi/Kabul (dpa/taz) - Mit bühnenreifem Fatalismus wandte sich der afghanische Präsident Nadschibullah am Montag in einer knapp einstündigen Rede an die Mudschaheddin: „Ihr könnt Eure eigenen Gouverneure stellen, Euren eigenen Polizeichef, Eure eigene Verwaltung, Euren eigenen Richter oder was Ihr wollt, wenn Ihr dem Waffenstillstand zustimmt.“ Alle Fragen könnten am Runden Tisch besprochen werden; die Kommandanten könnten die Gesprächsbedingungen benennen. Erstmalig änderten die Mudschaheddin über Ostern ihre bisherige Guerilla-Taktik und griffen die Regierungstruppen bei Dschalalabad mit erbeuteten T-34- und T-55-Panzern sowie weit reichender Artillerie an. Am Ostersonntag starteten die Mudschaheddin zudem mehrere Angriffe auf andere Städte des Landes. Radio Kabul meldete, die Angriffe hätten zurückgeschlagen werden können. Bei Gegenangriffen seien 190 „Extremisten“ getötet worden. Sowohl in Kabul als auch in Peshawar liegen Berichte vor, daß die Versorgungslage der Stadt äußerst gespannt ist. Nur eingetragene Mitglieder der Regierungspartei erhielten gelegentlich noch Nahrungsmittelrationen. Für die Bewohner herrsche absolute Ausgangssperre.
Eine Koalition, die was bewegt: taz.de und ihre Leser:innen
Unsere Community ermöglicht den freien Zugang für alle. Dies unterscheidet uns von anderen Nachrichtenseiten. Wir begreifen Journalismus nicht nur als Produkt, sondern auch als öffentliches Gut. Unsere Artikel sollen möglichst vielen Menschen zugutekommen. Mit unserer Berichterstattung versuchen wir das zu tun, was wir können: guten, engagierten Journalismus. Alle Schwerpunkte, Berichte und Hintergründe stellen wir dabei frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade jetzt müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Was uns noch unterscheidet: Unsere Leser:innen. Sie müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Es wäre ein schönes Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen