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Mandela kam, sah und schlichtete

Pretoria (adn) — Der Vizepräsident des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC), Nelson Mandela, hat am Samstag im Schwarzenghetto Soweto bei Johannesburg einen Konflikt zwischen Jugendlichen und der Polizei durch persönliches Eingreifen verhindert. Etwa 700 Jugendliche hatten von einem Stadion zu einem Polizeirevier marschieren wollen, wurden aber von Bereitschaftspolizei mit Tränengas und Gummigeschossen abgewehrt. Die Jugendlichen hatten zuvor an einer Kundgebung teilgenommen, auf der die Freilassung politischer Häftlinge verlangt worden war. Nach Gesprächen mit einem Generalmajor der Polizei erreichte der herbeigeeilte Mandela, daß die Beamten 32 festgenommene Demonstranten wieder freiließen. Die Polizei hatte argumentiert, ihr Eingreifen sei durch die Nicht-Genehmigung der Demonstration gerechtfertigt gewesen.

Der Erfolg seines Eingreifens beweist die Autorität und integrative Kraft des Politikers. Er kritisiert seit Wochen das unkontrollierte Verhalten der Sicherheitskräfte. Seine Worte vom Mittwoch relativierend, als er Präsident de Klerk das Mißtrauen ausgesprochen hatte, sagte Mandela vorgestern wieder optimistischer gestimmt: „Er will einen grundlegenden Wandel, und das ist es, was für mich wichtig ist.“

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