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Der linke Sprinter

■ Abdujaparow gewinnt mit fieser Sprinttechnik die vierte Etappe der Tour de France

Dijon (dpa) — Djamolidine Abdujaparow wird mehr und mehr zum Sprinterkönig der 78. Tour de France. Am Dienstag gewann der in Italien beschäftigte Profi aus der UdSSR die 4. und mit 286 Kilometer längste Etappe von Dijon nach Reims — und war damit schon zum zweiten Mal erfolgreich. Sehr zum Ärger seiner Konkurrenz, die stocksauer ist ob der rücksichtslosen Sprinttechnik des Sowjets. Rücksichtslos rangelt sich der Träger des Grünen Trikots durch beklemmend enge Lücken und gefährdet sich und andere Fahrer derart, bis diese eingeschüchtert abbremsen. Auf diese Art verwies der 27jährige nach 7:49:14 Stunden seinen Lieblingsfeind, den Olympiasieger Olaf Ludwig auf Platz zwei und den Iren Sean Kelly auf drei. Ein Protest von Ludwig wurde von der internationalen Jury abgeschmettert. „Sie haben schon früher nichts gesehen, heute war das genauso“, sagte der bitter enttäuschte Ludwig.

Der dänische Weltcup-Spitzenreiter Rolf Sörensen hielt sich schlau aus dem lebensgefährlichen Gerangel heraus und fährt den dritten Tag im Gelben Trikot. Zehn Sekunden dahinter rangierten Vorjahressieger Greg LeMond (USA) und Erik Breukink (Niederlande). Doch auch Doppelweltmeister Lemond überrascht dieses Jahr mit einem frechen Maul, gerichtet gegen Aufsteiger Chiappucci: Der Italiener sei ein „Bandit, der sich wie ein Neo-Profi“ aufführe. Der Bandit konterte: „LeMond blufft nur mit seiner angeblichen Leistungsstärke.“ „Die Tour beginnt erst Samstag mit dem Zeitfahren über 73 Kilometer richtig“, mischte sich Mit-Favorit Gianni Bugno (Italien), dessen kurze Attacken zum Schluß wie Nadelstiche gegen LeMond und Breukink wirken sollten, in die Reizgespräche ein.

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