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Golfkrieg: Mindestens 70.000 Zivilisten getötet

Washington (ap) — Zwischen 70.000 und 90.000 irakische Zivilisten sind an den Folgen des Golfkriegs gestorben. Zu diesem Ergebnis kommen übereinstimmend eine Studie des ehemaligen US-Offiziers William Arkin für die internationale Umweltschutzorganisation Greenpeace und eine Analyse der Abteilung für Internationale Forschung der amerikanischen Volkszählungsbehörde, die am Mittwoch veröffentlicht wurden. Die Zahlen decken sich auch mit den Angaben über Todesfälle aufgrund der durch UNO-Sanktionen hervorgerufenen Versorgungsnotlage, die das irakische Gesundheitsministerium machte.

Der frühere Offizier des militärischen Geheimdienstes und jetzige Greenpeace-Mitarbeiter Arkin verbrachte im Herbst mehrere Wochen im Irak und besuchte mit behördlicher irakischer Erlaubnis 205 der 800 Orte, die Ziele amerikanischer Angriffe waren. Seiner Schätzung nach sind 2.500 bis 3.000 Bürger bei den Bombenangriffen ums Leben gekommen, außerdem seien 70.000 bis 90.000 Zivilisten zwischen Ende Februar und Dezember 1991 an Hunger und mangelhafter medizinischer Versorgung gestorben.

Die Niederschlagung des Aufstandes schiitischer Moslems im Süden des Irak nach dem Abzug der alliierten Truppen forderte laut Arkin weitere 30.000 Todesopfer unter den Zivilisten. Während des Krieges seien außerdem 70.000 bis 114.000 irakische Soldaten gestorben. Demgegenüber sind — nach Angaben des Pentagon — nur 148 amerikanische Soldaten in dem 43 Tage dauernden Krieg gefallen.

Beth Osborne Daponte von der US-Volkszählungsbehörde schätzt, daß 70.000 irakische Zivilisten Opfer des Golfkrieges wurden. Die Lebenserwartung der Iraker sei nach dem Krieg von 66 auf 46 Jahre, die der Irakerinnen von 68 auf 57 Jahre gesunken. Sie sagte auch, daß das US-Verteidigungsministerium eine Zusammenarbeit mit der Behörde abgelehnt habe.

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