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Brillenschafe sterben aus

■ Wissenschaftler sorgen sich um die uralte Rasse/ Auf den Weiden Südtirols leben noch knapp 1.000 Schafe

München (dpa/taz) — Wissenschaftler sorgen sich um das Wohl der seltenen Brillenschafe. Die Tiere mit ihrer seiden glänzenden weißen Wolle und den schwarz umrandeten Augen, die Forscher als Blutspender zur Diagnostik von Infektionskrankheiten und zur Immunisierung schätzen, drohen auszusterben.

„Die Robustheit und Wetterfestigkeit verleiht den Brillenschafen zwar vorzügliche Bergtauglichkeit, in der Fleischleistung und in der modernen Schafzucht kann die lebhafte Rasse dagegen wenig konkurrieren“, sagte Georg Wolf von der tierärztlichen Fakultät der Universität München.

Auf den Weiden Kärntens und Südtirols leben nach seinen Worten gerade noch knapp 1.000 Brillenschafe. Im Stall des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Infektions- und Seuchenmedizin tummelt sich nur noch eine kleine Herde mit zehn Tieren aus dem Chiemgau und dem Berchtesgadener Land, früher waren es weitaus mehr.

Um den Erhalt der uralten Rasse zu sichern, konservieren die Fachleute in München das Sperma der „Institutsböcke“. „Es gibt heute nicht mehr allzu viele Böcke, die dem Rassetyp entsprechen, gesunde Beine und keine Fehlfarbe haben“, sagte Wolf.

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