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Washington muß Stellung beziehen

Washington (afp) — Das Oberste Gericht der USA lehnte es am Dienstag ab, die Abschiebung haitianischer Flüchtlinge zu verbieten. Es setzte der US-Regierung eine Frist von drei Tagen, um auf Vorwürfe von Flüchtlingsanwälten vom Montag zu reagieren. Diese hatten darauf hingewiesen, Washington habe gewußt, daß die Flüchtlinge nach ihrer Rückführung von den haitianischen Behörden „gefoltert, getötet oder verfolgt“ worden seien. Dem Obersten Gericht sei dies jedoch verschwiegen worden.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Marlin Fitzwater, hatte am Montag bestätigt, daß die US-Behörden in Haiti Berichte über Mißhandlungen der zurückgekehrten Haitianer überprüft hatten. Es hätte jedoch keine Beweise für die gegen die haitianischen Behörden erhobenen Vorwürfe gegeben.

Die amerikanische Regierung soll nun bis Freitag nachmittag zu den Vorwürfen der Anwälte Stellung nehmen. Eine endgültige Entscheidung will das Oberste Gericht erst treffen, nachdem das Justizministerium auf die Beschuldigungen reagiert hat.

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