: Besetzte Häuser in Tübingen geräumt
Tübingen (taz) — Unterstützt von einem Göppinger Sondereinsatzkommando räumte die örtliche Bereitschaftspolizei gestern morgen mit zwei Hundertschaften eine seit knapp zwei Wochen besetzte Villa in Tübingen. Als die Beamten in das Gebäude eindrangen, zogen die BesetzerInnen friedlich ab. Bei der anschließenden Demo in der Tübinger Innenstadt kam es jedoch zu einem Zwischenfall: Die DemonstrantInnen wurden von der Polizei eingekesselt, nach Rangeleien mehrere von ihnen festgenommen.
Das ehemalige Verlagsgebäude war von der evangelischen Kirche Anfang des Jahres gekauft worden und soll zu einem Verwaltungszentrum umgebaut werden. Seitdem steht es leer. Die cirka 50 BesetzerInnen, zahlreiche mit Kindern, hatten gefordert, das Gebäude an große Wohngemeinschaften zu vermieten und einen Kinderladen einzurichten. In Verhandlungen hatte sich die Gruppe bereiterklärt, das Haus zu räumen, sofern die Stadt Tübingen Ersatz zur Verfügung stellen würde.
Als mögliche Alternative galt eine ehemalige Motorsportschule der französischen Streitkräfte. Vergangenen Sanmstag war das Gebäude, das der Stadt Tübingen vom Land Baden-Württemberg zur Nutzung übergeben worden war, von einer weiteren Gruppe besetzt worden. Die Stadt ließ innerhalb von 24 Stunden räumen und will die Schule nun an das Land zurückgeben. In der hiesigen Situation, so Oberbürgermeister Eugen Schmid, sei es „politisch nicht durchstehbar“, das Gebäude leerstehen zu lassen. Mathias Richter
Eine Koalition, die was bewegt: taz.de und ihre Leser:innen
Unsere Community ermöglicht den freien Zugang für alle. Dies unterscheidet uns von anderen Nachrichtenseiten. Wir begreifen Journalismus nicht nur als Produkt, sondern auch als öffentliches Gut. Unsere Artikel sollen möglichst vielen Menschen zugutekommen. Mit unserer Berichterstattung versuchen wir das zu tun, was wir können: guten, engagierten Journalismus. Alle Schwerpunkte, Berichte und Hintergründe stellen wir dabei frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade jetzt müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Was uns noch unterscheidet: Unsere Leser:innen. Sie müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Es wäre ein schönes Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen